Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Wann Sie den Stecker ziehen müssen

Schwermetalle und PVC im Gehäuse oder Kabel, illegaler giftiger Elektroschrott in Asien und jetzt auch noch das: Zwei Prozent der weltweiten CO2-Emissionen entstehen durch die Nutzung von Computern, Handys und Co. - so viel wie beim Flugverkehr. Allein die Rechenzentren in Deutschland verbrauchen schätzungsweise 8,67 Terawattstunden - so viel produziert ein kleineres deutsches Kernkraftwerk. Doch es gibt Auswege: Lesen Sie unsere Verbrauchertipps.

  • /

Die Computer- und Kommunikationsindustrie steht in der Pflicht, endlich weniger schädliche Produkte auf den Markt zu bringen und sinnvolle Recyclingprogramme einzurichten. Auch die Einsparpotenziale im Energiebereich sind enorm. Doch auch Verbraucher haben es in der Hand, mit ihrem Konsum die Welt zu verändern.

Was können Verbraucher tun?

  1. Fragen Sie Hersteller nach langlebigen und giftfreien Produkten! Enthält das Produkt PVC oder bromierte Flammschutzmittel? Achten Sie auf Label wie den Blauen Engel, diese Produkte sind nicht so schadstoffbelastet.
  2. Überlegen Sie, ob Sie wirklich ein neues Gerät brauchen. Vielleicht tut es das alte ja noch und lässt sich mit ein paar Handgriffen aufwerten. Das schont auch Ihren Geldbeutel.
  3. Verschenken Sie alte Geräte, die Sie nicht mehr benutzen, die aber noch funktionieren.
  4. Schicken Sie Ihre Altgeräte, die nicht mehr zu reparieren sind, zum Hersteller zurück. Wenn Firmen sich um ihren Schrott kümmern müssen, denken sie auch beim Design schon über die Recyclingfähigkeit nach.
  5. Informieren Sie sich vor dem Kauf neuer Geräte nach Recyclingkonzepten: Nimmt der Hersteller Altgeräte kostenlos zurück? Das erfährt man in der Regel über die Internetseiten der Hersteller wie zum Beispiel bei Dell.

Tipps zum Energiesparen

  1. Steigen Sie um auf grünen Strom. Das heißt aber nicht, dass damit Energiesparen überflüssig geworden ist. Um den Energiebedarf der Zukunft zu decken, müssen wir bewusster und effizienter mit Energie umgehen.
  2. Schalten Sie Drucker, Scanner, Fernseher nach dem Gebrauch aus. Geräte im Standby-Modus verbrauchen Strom. Pro Jahr und Haushalt summieren sich die Kosten auf 100 Euro.
  3. Ziehen Sie den Stecker bei ausgeschalteten Geräten oder verwenden Sie eine ausschaltbare Steckerleiste - einige Geräte verbrauchen auch im ausgeschalteten Zustand Strom. Drucker zum Beispiel ziehen Strom, obwohl sie ausgeschaltet sind und kein Lämpchen mehr leuchtet.
  4. Ziehen Sie Netzteile und Ladegeräte aus der Steckdose - sie verbrauchen Strom, auch wenn sie nicht benutzt werden. Das können Sie auch daran erkennen, dass die Geräte warm sind.
  5. Achten Sie beim Neukauf auf den Energieverbrauch. Im Standby-Modus sollten Geräte nicht mehr als 1 Watt verbrauchen. Viele Hersteller geben diese Daten nicht an. Infos über energieeffiziente Geräte finden Sie zum Beispiel auf auf www.ecotopten.de.
  6. Lassen Sie Ihren Computer ruhen. Im Ruhezustand verbraucht er kaum Strom. Das lohnt sich schon ab einer Pause von 15 Minuten.
  7. Überlegen Sie sich, was ihr Computer alles können muss. Je leistungsstärker die Geräte, desto größer der Energieverbrauch - und der Preis. Das gleiche gilt für XXL-Fernseher. Informieren Sie sich über den Energieverbrauch.
  8. Wireless-Geräte wie Funkmaus oder -tastatur sind zwar bequem, sie verbrauchen aber viel mehr Strom als die verkabelten Alternativen.
  9. Notebooks verbrauchen bis zu 70 Prozent weniger Strom als ein vergleichbar ausgestatteter PC. Auch Flachbildschirme sind energieeffizienter.
  10. Und wussten Sie, dass eine Suchanfrage über Google so viel Energie verbraucht wie eine 11-Watt-Energiesparlampe in einer Stunde? Denn die Suche beschäftigt nicht nur den eigenen Computer, sondern auch Server am anderen Ende der Welt.

Übrigens: Unser neues Ranking, das erstmals neben giftigen Inhaltsstoffen und Recyclingsystemen auch den Energieverbrauch bewertet, erscheint Ende März.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Ausgehandelt?

Es ist ruhig geworden um TTIP und CETA. Interessieren Handelsabkommen in Zeiten von Schutzzöllen nicht mehr? Doch! Greenpeace-Sprecher Christoph von Lieven sagt, wie es weitergeht.

Unternehmen Verantwortung

Großkonzerne können ungestraft Steuern hinterziehen, die Umwelt vergiften und Menschenrechte verletzen, so ein Greenpeace-Report. Er zeigt auch, wie das geändert werden kann.

Kuhhandel

Auto gegen Rind – so der Deal eines Handelsabkommens zwischen EU und Lateinamerika. Schlecht für Verbraucher und Umwelt, das zeigen von Greenpeace Niederlande geleakte Dokumente.