Tipps zu Ostern: Was trotz Corona-Krise möglich ist

Trotz alledem

Das nahe Gewerbegebiet als Entdeckung, der Peace-Talk als Demo-Ersatz. Ostern wird anders sein – das kann auch bereichern. Lassen Sie sich mit unseren Tipps treiben.

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Geht es Ihnen auch so, dass Sie die Veränderung nicht so richtig zu fassen bekommen? Klar, das Kino ist geschlossen und der Esstisch jetzt ein Schreibtisch. Aber: Da ist diese eigenartige Mischung aus Mehrarbeit und Entschleunigung. Einerseits kochen, aufräumen, Kinder bespaßen, arbeiten und wieder von vorne. Und andererseits ist da dennoch mehr Platz im Kopf.

Konzerte, Ausflüge, neue Kleidung kaufen: All das muss und darf nicht mehr geplant werden. Der Terminkalender ein weißes Blatt. Das Schöne geschieht jetzt zufällig. Nach dem Singen etwa auf dem Balkon - ja, sowas gibt es auch in Deutschland – entwickelt sich ein Gespräch mit der Nachbarin. Die ältere Dame war Musikdozentin und führt mit ihren Erzählungen nach Polen, wo sie lange Zeit gelebt hat. Oder die Verabredung mit einem Freund im Park, jeden Tag um 16 Uhr: Aus dem ersten „Lass uns mal Federball spielen“ ist ein Ritual entstanden, weil einen der Ehrgeiz packt, die 200 zu schaffen. Oder die Einsicht, dass das seit Jahren unbeachtet im Schrank liegende T-Shirt doch ganz hübsch ist.

Neben all dem was fehlt und nicht möglich ist, sehen wir gerade was bislang übersehen und vernachlässigt wurde. Das eröffnet die Chance, das Leben nachhaltig zu verändern. Weil wir merken, dass vor Corona auch nicht alles gut lief. Überall auf der Welt passiert das bereits. So fordern Menschen, jene nicht zurückzulassen, denen es nicht so gut geht. Und auch die Erkenntnis, dass unser Lebensstil nicht nur die Erde überhitzt, sondern auch Pandemien fördert, setzt sich zunehmend durch.

Es schmerzt, zu Ostern keine Verwandten besuchen zu können, keinen Ausflug ans Meer machen zu dürfen. Doch es gibt Alternativen. Zehn Tipps für die Ostertage in Corona-Zeiten:

1. Peace Talk statt Demo: Wie können wir globale Herausforderungen wie die Corona-Pandemie, die Klimakrise und humanitäre Konflikte lösen? Führt die Corona-Krise zu besserer zwischenstaatlicher Zusammenarbeit oder stärkt sie Nationalismen? Die Ostermärsche sind abgesagt - die Fragen bleiben. Diese diskutieren am Ostermontag Experten aus Friedensorganisationen und Journalismus ab 14 Uhr im Livestream: facebook.com/greenpeace.de/live

2. "Endlich mal da hin, wo wir noch nie hinwollten": Großeltern besuchen: geht nicht. Die Stadt für einen Ausflug verlassen vielleicht auch nicht. Aber kennen Sie Ihr Viertel wirklich schon so gut? Waren Sie schon mal in diesem trist wirkenden Gewerbegebiet? Poller können Sportgeräte, der leere Parkplatz die Skatebahn sein. „Endlich mal da hin, wo wir noch nie hinwollten“, lautet der gleichsam inspirierende wie erheiternde Artikel aus der Zeit.

3. Für einen grünen Wirtschaftsplan: Neben Soforthilfen für den kleinen Spielzeugladen oder Friseur will die Bundesregierung mit einem milliardenschweren Programm die Wirtschaft stützen. Letzteres kann klug investiert das Land gerechter und klimafreundlicher gestalten. Sie wollen auch ein grünes Konjunkturprogramm? Hier können Sie unterschreiben: act.greenpeace.de/green-deal

4. Stay at home #changeyourstrom: Wer schon immer den Stromanbieter wechseln wollte, aber immer dachte, es fehlte die Zeit, hat nun keine Ausrede mehr. Geht innerhalb von fünf Minuten vom Sofa aus: changeyourstrom.net. Hilft dem Klima und Menschen, die weniger haben: Für jeden neuen Kunden spendet die Ökostrom-Initiative 30 Euro an „Die Tafel“, die Bedürftige mit Lebensmittel versorgt. Denn durch die Corona-Krise erhalten die Tafeln deutlich weniger Lebensmittel und Geldspenden. Gerne auch weiterleiten.

5. Nachbarschaft: Unterstützen Sie den kleinen Laden um die Ecke, wenn es was Neues sein muss. Auch ohne regulären Betrieb, erhalten Sie in einigen Geschäften – wenn auch eingeschränkt – Bücher, Vinyl, Kuscheltier und Co. Infos dazu erhalten Sie online oder per Telefon.

6. Tierpark Arche Warder: Auch der Tierpark Warder mit seinen alten Nutztierrassen spürt die Krise hautnah. Im Interview erfahren Sie mehr über den Park und wie Sie ihm helfen können.

7. Mehr als Lernstoff: Eigentlich für den Unterricht konzipiert, aber auch zu Hause am Küchentisch sehr brauchbar und kurzweilig: das Bildungsmaterial von Greenpeace. Probieren Sie auch unsere WebApp Konsumspuren aus. Über Smartphone oder Tablet erfahren Kinder, welche Auswirkungen ihr Konsum auf die Welt hat.

8. Lesezeit: Sie brauchen neue Buchtipps, wir haben welche: facebook.com/greenpeace.de

9. Einblicke: Wie erleben unsere Kollegen und Kolleginnen in Greenpeace-Büros am anderen Ende der Welt die Pandemie? Hao Wu berichtet aus Wuhan,  und Rosana Villar aus Brasilien.

10. Aufs Rad: Radfahren in der Stadt war ihnen bislang zu gefährlich? Probieren Sie es doch noch mal aus. Corona hat die Straßen leerer und die Luft besser gemacht. Vielleicht entdecken sie sogar ein paar neue Radwege – und dass der Weg zum Einkaufen nicht immer mit dem Auto absolviert werden muss.

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