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Zeichen setzen gegen den Krieg

Menschen aus aller Welt demonstrieren gegen den drohenden Irak-Krieg. Im belgischen Hafen Antwerpen haben Greenpeace-Aktivisten aus 20 Ländern am Freitag ein schwimmendes Friedenscamp errichtet. Mit Schlauchbooten und Kanus legten sie den hektischen Betrieb beim Beladen der Militärtransportschiffe lahm. Unter Wasserwerfer-Beschuss durch US-Soldaten malten sie mit großen Buchstaben No War (Kein Krieg) auf den Rumpf der beiden Transportschiffe Catherine und Repubblica di Roma.

Die Entscheidung für oder gegen einen Krieg rückt immer näher. Am Freitag haben die beiden Chefinspekteure dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York ihren Bericht vorgelegt. Es wird erwartet, dass die US-Regierung weiterhin auf einem Krieg im Irak besteht. Am Samstag, dem 15. Februar 2003 finden weltweit in 50 Ländern Demonstrationen gegen diesen Krieg statt. Zentraler Demonstrationsort in Deutschland wird Berlin sein. Auch Greenpeace wird sich überall auf der Welt an den Anti-Kriegs-Kundgebungen beteiligen.

Krieg ist kein Mittel zur Lösung von Konflikten, sagt Wolfgang Lohbeck von Greenpeace Deutschland. Krieg und Gewalt widersprechen dem Selbstverständnis aller, die sich wie Greenpeace der Überwindung von Gewalt verpflichtet fühlen. Wir fordern alle Menschen auf, sich an diesen Demonstrationen zu beteiligen und ihre Ablehnung von Gewalt als politischem Mittel zum Ausdruck zu bringen.

Nach dem letzten Golfkrieg 1991 hat Greenpeace die verheerenden Umweltschäden vor Ort dokumentiert. Über eine Million Tonnen Öl flossen ins Meer. Giftiger Niederschlag und Ölruß von siebenhundert Ölbränden verseuchten Menschen und Umwelt. Die Drosselung von Flusswasser wurde gezielt als Umweltwaffe eingesetzt.

Ein neuer Krieg wird neues Leid für die ohnehin schon schwer gezeichnete irakische Bevölkerung mit sich bringen. Die verhängnisvolle Sanktionspolitik mit ihrer gezielten Zerstörung ziviler Infrastruktur hat Hunderttausende, zum großen Teil Kinder, das Leben gekostet. Es ist damit zu rechnen, dass neben der Bevölkerung der Region auch die Umwelt wieder einen hohen Preis zahlen muss.

Die Charta der Vereinten Nationen legt den Staaten als oberstes Gebot ein absolutes Gewaltverbot auf, sagt Lohbeck. Einzige Ausnahme sind die Selbstverteidigung und der - vom Sicherheitsrat zu entscheidende - Einsatz von Gewalt als letztes Mittel. Ein Angriffskrieg wie im Falle des Irak bedeutet einen fundamentalen Bruch des Völkerrechts und einen Rückfall in die Anarchie der Staatenwelt.

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