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Niederlande für mehr Arktisschutz

Das Thema Arktisschutz beschäftigt zunehmend die Politik: Das niederländische Parlament hat sich gestern dafür ausgesprochen, den Transport von Schweröl in der Arktis zu verbieten.

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Die Arbeiterpartei PvdA hatte die Abstimmung initiiert, nachdem bekannt geworden war, dass der russische Ölkonzern Gazprom in Kürze das erste Mal Offshore-Öl aus der Arktis nach Europa verschiffen will. Mit der Plattform Prirazlomnaya in der Petschorasee hatte Gazprom die Offshore-Ölförderung in der Arktis Ende 2013 aufgenommen.

In dem Text, der dem Parlament zur Abstimmung vorgelegt wurde, heißt es: "Angesichts dessen, dass die Gewinnung und der Transport von Schweröl in der Arktis ein größeres Risiko für die Gegend darstellen und dass der Transport von Schweröl in der Antarktis bereits durch die MARPOL-Konvention verboten ist, fordern wir die Regierung dazu auf, den Transport von Schweröl in der Arktis zu verbieten."

Nun ist die niederländische Regierung gefordert. Sie sollte sich dafür einsetzen, dass kein Schweröl aus der Arktis niederländische Häfen erreicht und dass es auch auf internationaler Ebene zu einem Transportverbot des Öls durch arktische Gewässer kommt.

Deutliches Signal aus den Niederlanden

Greenpeace-Ölexperte Jörg Feddern kommentiert die Abstimmung: "Heute hat das niederländische Parlament deutlich signalisiert, dass die Risiken eines Ölunfalls in der Arktis nicht hinnehmbar sind. Es macht Hoffnung, dass in dem Land, in dem der Ölkonzern Shell sitzt, so ein starkes Votum zustande gekommen ist." Shell pausiert derzeit mit einem eigenen Bohrprogramm vor der Küste Alaskas. Im Jahr 2012 hatte das Projekt mit einer Pannenserie international Aufsehen erregt.

Greenpeace-Aktivisten haben sich in den letzten drei Jahren immer wieder gegen Arktis-Ölbohrungen eingesetzt. Im September 2013 protestierten Greenpeace-Aktivisten auch an der Prirazlomnaya. Nach der Protestaktion an der Gazprom-Bohrinsel verbrachten die dreißig Besatzungsmitglieder des Greenpeace-Schiffes Arctic Sunrise zwei Monate in Untersuchungshaft in Russland. Erst nach einer von Präsident Wladimir Putin veranlassten Amnestie konnten sie kurz vor dem Jahreswechsel das Land verlassen.

Weltweit unterstützen bereits über fünf Millionen Menschen eine Greenpeace-Petition für ein Arktis-Schutzgebiet. Bitte unterzeichnen auch Sie auf savethearctic.org!

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