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Viele Algen, wenig Fisch - die Ostsee braucht Schutz

Eimer mit vermoderten Algen und totem Kabeljau haben Greenpeace-Aktivisten am Montag vor dem HELCOM-Hauptquartier in Helsinki abgeliefert. Dort wollen die Unterzeichner der Ostsee-Schutzkonvention (HELCOM) diese Woche über wichtige Details des Ostsee-Aktionsplans beraten. Die Aktivisten fordern von den Delegierten, keine faulen Kompromisse zu machen. Die Ostsee hat Schutz dringend nötig.

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Eines der größten Probleme der Ostsee neben der Überfischung sind Einleitungen, vor allem durch die industrialisierte Landwirtschaft. Phosphor und Stickstoff fördern das Algenwachstum. Sterben die Algen, so werden sie von Mikroorganismen abgebaut, die dabei den Sauerstoff im Wasser verbrauchen. Je mehr Algen also, desto weniger Sauerstoff - das Gewässer stirbt. In der Ostsee gibt es bereits tote Zonen, in denen kein Meeresleben mehr möglich ist.

Der Aktionsplan muss dafür sorgen, dass die Ostsee sich regenerieren kann. Wir wollen keinen Plan, der sicherstellt, dass sie stirbt, sagt Staffan Danielsson, Meeresexperte von Greenpeace. 25 Prozent des gesamten Ostseegrundes sind bereits tot. Das ist übler Weltrekord. Die Algen und der tote Fisch sollen daran erinnern, dass während dieses Treffens die Ostsee draußen weiter stirbt.

Die Mitglieder der Konvention - die neun Ostsee-Anrainerstaaten und die EU - scheinen sich über die Probleme und ihre Ursachen einig zu sein. Fraglich ist, ob sie sich auch auf Lösungen einigen können. Darauf kommt es jetzt und auf einem weiteren Treffen in Helsinki im September an. Die beiden Konferenzen sind der Schlüssel für das, was auf dem entscheidenden Treffen im November in Krakau beschlossen oder eben nicht beschlossen werden wird.

Greenpeace fordert, die Einleitungen aus Landwirtschaft und städtischen Klärwerken drastisch herunterzufahren. Unverzichtbar sind außerdem mehr und bessere Schutzgebiete, damit das Leben in der Ostsee sich wieder erholen kann.

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