Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Thunfisch, der Handel und wir Verbraucher

Die Verantwortung für die Thunfisch-Bestände liegt nicht nur bei den Fischern und der Pollitik - sondern auch bei der Fischindustrie und dem Lebensmittelhandel. Sie treffen sich alljährlich auf der European Seafood Exhibition in Brüssel, einer der weltweit größten Messen für Fisch und Meeresfrüchte, mit über 1.600 Ausstellern aus rund 80 Ländern.

  • /

Hier werden die großen Geschäfte gemacht und wichtige Verträge geschlossen. Auch Greenpeace war vor Ort. Es galt sicherzustellen, dass die Produzenten und der Handel sich ihrer Verantwortung für den Schutz der Fischbestände und Weltmeere bewusst werden. Thunfisch, der gekauft wird, muss aus nachhaltigen und legalen Quellen kommen. Dazu ist eine lückenlose Rückverfolgbarkeit notwendig - vom Fangschiff bis zur Kühltheke.

Leider werden noch immer Verträge abgeschlossen, bei denen sich die Händler nicht darum kümmern, woher ihr Thunfisch stammt. Greenpeace-Aktivisten aus 15 Ländern protestierten dagegen an den Ständen der fünf größten Thunfisch-Händler. Ein Banner mit der Aufschrift Time and Tuna running out hing an der Vorderfront des Gebäudes. Das Geschäft mit nicht nachhaltig gefangenem und bedrohtem Thunfisch muss dringend aufgegeben werden.

Auch forderten wir die Besucher und Aussteller auf, nur Meeresprodukte aus nachhaltigen Quellen zu kaufen. Denn nahezu alle weltweit kommerziell genutzten Fischbestände schrumpfen dramatisch. Es liegt in der Hand des Handels zu entscheiden, welche Fischart mit welcher Kennzeichnung in den Supermarkt-Regalen liegt. Grundlage sollte eine Einkaufspolitik sein, die auf bedrohte Arten und Bestände verzichtet, und die Nachhaltigkeit, Rückverfolgbarkeit sowie eine vollständige Kennzeichnung umfasst.

Eine Untersuchung von Greenpeace hat ergeben, dass einige deutsche Lebensmittelunternehmen erste Schritte zu einem nachhaltigen und transparenten Einkauf von Fisch und anderen Meeresfrüchten getan haben. Doch noch sind sie längst nicht am Ziel.

So hat der aufmerksame Verbraucher beim Fischeinkauf immer wieder Schwierigkeiten, richtig zu handeln. Aber nur Mut! Sie als Verbraucher/in haben ein Recht auf vollständige Information über das Produkt, welches Sie kaufen und über den Fischeinkauf Ihres Supermarktes. Und: Ihre Unterstützung ist wichtig, um die Ozeane und seine Bewohner zu schützen. Fragen Sie in Ihren Supermarkt nach, wenn Ihnen Informationen fehlen. Wo kommt der Fisch her? Wie wurde er gefangen? Wie sieht die Fisch-Einkaufspolitik des Unternehmens aus?

Weiterführende Publikationen zum Thema

Das Wegwerfprinzip

„Bioplastik“, „Chemisches Recycling“ – so was klingt erst mal gut, ist es aber nicht. Der Report „Das Wegwerfprinzip“ beschreibt, mit welchen Tricks multinationale Konzerne die Öffentlichkeit täuschen.

Bedrohte Tiefsee

Der Wettlauf um die Ressourcen auf dem Meeresboden hat begonnen. Grund ist der große Hunger der Hightech-Industrie nach Kobalt, das sich in den Manganknollen in tausenden Metern Tiefe befindet. So wird der Tiefseebergbau eine der schwerwiegendsten neuen Bedrohung für unsere Ozeane, noch bevor wir ihre sensiblen Ökosysteme und ihre Prozesse überhaupt verstanden haben.

Mehr zum Thema

Tiefseeparadies im Atlantik

Die Tristan Languste galt als ausgerottet am Tiefseeberg Vema. Eine Greenpeace-Expedition konnte jetzt ihre Rückkehr dokumentieren – dank  eines 2007 verhängten Fischereiverbots.

Dreckiges Ölgeschäft

Shell will alte Plattformen mit 11.000 Tonnen Öl in der Nordsee verrotten lassen. Dagegen protestieren seit heute Morgen Greenpeace-Aktivisten und kletterten auf zwei Plattformen.

„Es ist besorgniserregend“

Noch eine schlechte Nachricht fürs Klima: Der Meeresspiegel steigt schneller als erwartet. Ein Interview zum IPCC-Sonderbericht Meere mit Greenpeace-Experten Karsten Smid.