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Neue Hoffnung für die Wale

Im Vorfeld der im Juni in Berlin stattfindenden Jahreskonferenz der Internationalen Walfangkommission (IWC) hat Mexiko eine politische Initiative zur Reform der IWC ergriffen. Die so genannte Berlin-Initiative wird die Möglichkeiten der IWC stärken, die Wale der Welt zu schützen - vom kleinen Schweinswal über die Delfine bis hin zu den Großwalen.

Der Walfang ist längst nicht mehr die einzige Gefahr, die den Meeressäugern das Überleben in den sieben Weltmeeren schwer macht. Dem trägt die Initiative endlich Rechnung. Das internationale Gremium soll sich in Zukunft mit allen Walarten befassen - nicht nur mit denen, die noch bejagt werden, wie Minke-, Pott-, Bryde- oder Seiwale. Die IWC soll alle Gefahren für die Wale behandeln - von der Überfischung der Meere, über Wale als Beifang in Fischernetzen, über die Folgen des Klimawandels bis hin zur Vergiftung der Meere. Bisher drehten sich die Diskussionen in der Hauptsache um den fortgesetzten Walfang Japans und Norwegens.

Greenpeace begrüßt den Vorstoß. Damit würde die IWC endlich von der Walnutz- zur viel wichtigeren Walschutzorganisation, sagt Thilo Maack, Meeresexperte bei Greenpeace. Wale und Delfine spielen in den Ökosystemen der Meere wesentliche Rollen. Endlich nimmt die IWC diese Rolle ernst, so dass wir für die Konferenz im Juni Fortschritte im Walschutz erwarten. Die nächste Sitzung der IWC findet vom 16. bis 20. Juni in Berlin unter der Schirmherrschaft von Verbraucherministin Renate Künast statt. (mir)

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