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Mit der Harpune vor der japanischen Botschaft

Mit einer stählernen Harpune protestierten Greenpeace-Aktivisten am Mittwochmorgen vor der japanischen Botschaft in Berlin gegen den japanischen Walfang.

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In deutscher und japanischer Sprache forderten sie Japan dazu auf, die sinnlose Tötung der Meeresriesen sofort zu beenden.

Vor einer Woche deckte Greenpeace den größten Skandal der japanischen Walfanggeschichte auf. Crew-Mitglieder der Walfangflotte unterschlugen tonneweise Walfleisch. Das gestohlene Fleisch wurde dann auf eigene Rechnung an japanische Spezialitätenrestaurants weiter verkauft.

Die Staatsanwaltschaft in Japan hat jetzt ein Ermittlungverfahren eingeleitet. Wir begrüßen den Beginn der Untersuchungen und werden die Staatsanwaltschaft auf jede erdenkliche Art dabei unterstützen. Wir wollen sicher stellen, dass bis in die höchsten Hierarchiestufen ermittelt wird und die Verantwortlichen nicht mit Bauernopfern davon kommen, sagt Thilo Maack, Meeresexperte bei Greenpeace.

Jetzt habe die Regierung keine ander Wahl, als die Genehmigung für den Walfang an das Institut für Walforschung (ICR) und die Firma Kyodo Senpaku zurück zu ziehen, erklärt der Meeresexperte. Auch die Zahlung von Steuergeldern an das Institut müsse eingestellt werden.

Bei den viermonatigen Greenpeace-Recherchen zeigte sich, dass die verantwortliche Firma Kyodo Senpaku und die japanische Regierung sowie das ICR von der Unterschlagung des kostbaren Fleisches wussten. Inzwischen erklärten Sprecher von Kyodo Senpaku das Walfleisch sei als Souvernir an die Besatzung ausgegeben worden.

Informanten berichten von weiteren Missständen. Aufgrund fehlender Verarbeitungskapazitäten wurden regelmäßig Tonnen von Walfleisch über Bord geworfen. Außerdem wurden an vielen Tieren Krebsgeschwüre entfernt. Das übrige Fleisch wurde anschließend weiterverarbeitet und verkauft.

Jährlich tötet die japanische Fangflotte Hunderte Großwale. Angeblich geschieht dies zu wissenschaftlichen Zwecken. Die Jagd im anerkannten Walschutzgebiet der Antarktis gilt aber seit langem als kommerziell. Dieser Umstand hat Japans Glaubwürdigkeit international in die Kritik gebracht.

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