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Schweden: Steine versenken ist Umweltschutz

Rund 800 Kilometer Luftlinie liegen zwischen Berlin und Stockholm - ein Katzensprung. Doch wenn es um Steine im Meer geht, trennen uns Welten. Das legt ein Urteil des höchsten schwedischen Umweltgerichtshofs nahe. Es hat bestätigt, dass die von Greenpeace versenkten Natursteine in zwei schwedischen Meeressschutzgebieten eine Umweltschutzmaßnahme darstellen, die keiner besonderen Erlaubnis bedarf. Das Urteil ist nicht anfechtbar.

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Der Gegensatz zur deutschen Sichtweise könnte kaum krasser sein. In Deutschland bezeichnen Behörden und Gerichte das Versenken von Naturfelsen nach wie vor als illegal. Das Landgericht Hamburg verurteilte deutsche Greenpeacer Anfang Februar zur Zahlung von Schadenersatz an eine Firma, die im Sylter Außenriff Sand und Kies fördern darf und dabei den Tod vieler Millionen Meeresorganismen in Kauf nimmt. Die Umweltschützer hatten 2008 rund 300 Granitfelsen im Meeresschutzgebiet Sylter Außenriff versenkt, um es vor der zerstörerischen Fischerei zu schützen.

Das schwedische Urteil zeigt, wie unterschiedlich das europäische Meeresumweltschutzrecht angewendet wird, kommentiert Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack. Offensichtlich klafft hier eine Riesenlücke zwischen dem deutschen und dem schwedischen Rechtsverständnis. Nach wie vor steckt die deutsche Regierung im Dilemma zwischen Naturschutzverpflichtung und Fischereibeschränkung und verkennt die Notwendigkeit von strikten Meeresschutzgebieten. Wir brauchen Zonen im Meer, in denen die Natur sich selber überlassen bleibt.

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