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Schutz für Schutzgebiete

Die Meeresschutzgebiete in der Europäischen Union existieren vor allem auf dem Papier. Mit dem Versenken von Felsbrocken hat Greenpeace in der Nordsee Schutzgebiete geschaffen - doch politische Entscheidungen werden dringend benötigt! Greenpeace zeigt mit einem neuen Webmagazin, wer die Gebiete zerstört und was sich ändern muss.

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Der Greenpeace-Protest in der Nordsee ist derzeit Gegenstand eines Gerichtsverfahrens. Hintergrund: Im Sommer 2008 warf Greenpeace tonnenschwere Natursteine beim Sylter Außenriff ab. Das Gebiet ist als Natura 2000-Schutzgebiet ausgewiesen, doch Schleppnetzfischerei ebenso wie Sand- und Kiesabbau sind erlaubt. Die Steine verhindern die Schleppnetzfischerei und schützen so das Riff. Inzwischen sind sie dicht besiedelt.

Die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord (WSD) ließ damals das Versenken weiterer Steine gerichtlich untersagen, weil diese angeblich eine Gefahr für die Fischerei darstellten. Das Verwaltungsgericht Schleswig gab Greenpeace in erster Instanz recht, die Bundesregierung ging in Revision.

Am 28. Juli 2011 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig zwar die Zuständigkeit der WSD. Gleichzeitig stellte es aber fest, nach wie vor sei offen, ob der Greenpeace-Protest mit Steinen gerechtfertigt war. Darüber muss nun erneut das Verwaltungsgericht Schleswig urteilen.

Für Oliver Salge, den Leiter der Meereskampagne bei Greenpeace, geht es damit endlich um den Kern der Sache. Mit unserem Protest haben wir auf den mangelhaften Meeresschutz in Deutschland hingewiesen. Unsere eigenen Tauchexpeditionen zeigen, dass die Greenpeace-Steine vielen Meerestieren eine neue Heimat bieten und das natürliche Riff vor Sylt erweitern.

Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, sagt Salge, gebe Hoffnung, dass der Greenpeace-Protest 2008 vor Sylt als das gesehen wird, was er ist - ein Protest für den dringend notwendigen Schutz der Meere.

 

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