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Kein Sieg für die Wale, kein Schutzgebiet im Südatlantik

Bei der 64. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission ist der Antrag auf Einrichtung eines atlantischen Walschutzgebietes am Widerstand Japans und seiner zugekauften Vasallenstaaten gescheitert. Die Initiative, die hauptsächlich auf die atlantischen Küstenstaaten Argentinien und Brasilien zurückgeht, scheiterte zum wiederholten Mal. Der Vorschlag sah vor, als einzige Nutzungsform von Walen im Südatlantik Walbeobachtungen zuzulassen.

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Es ist enttäuschend und schockierend, dass sich erneut die Walfangbefürworter wie Japan durchgesetzt haben, sagt Walexperte Thilo Maack. Dort will man offensichtlich zurück zum kommerziellen Walfang. Dabei sollte die IWC keine Zeit mit dieser gestrigen Diskussion verbringen, sondern sich dringend um den Schutz der bedrohten Walbestände kümmern.

Deutschland hatte zusammen mit allen anderen EU-Staaten für die Einrichtung des Schutzgebietes gestimmt. Insgesamt beteiligten sich 61 Mitgliedsstaaten an der IWC-Abstimmung, 38 stimmten für 21 gegen die Einrichtung des Schutzgebietes, 2 enthielten sich der Stimme. Für eine positive Entscheidung wäre eine dreiviertel Mehrheit notwendig gewesen.

Bei einer Großdemonstration am Sonntag hatte Greenpeace zusammen mit anderen Umweltschutzorganisationen und hunderten begeisterter Walschützer für den Schutz der sanften Meeresriesen protestiert und den Umriss eines Wales gebildet.

Während der kommenden Tage wird auch über die Walfang-Quoten der Ureinwohner Alaskas, der russischen Kamtschatka-Halbinsel sowie Grönlands beraten. Die Grönländer beantragen höhere Abschussquoten für Buckelwale.

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