EU-Entscheidung kommt zu spät

Keine Hoffung für den Blauflossen-Thunfisch?

Gnadenloser Fischfang hat den Blauflossen-Thunfisch fast ausgerottet. Versuche der EU den König der Meere zu schützen kommen zu spät und sind nicht effektiv.
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Die Europäische Union (EU) beschloss Anfang Juni, die Fischerei auf Blauflossen-Thunfisch im Mittelmeer dieses Jahr eine Woche vor dem offiziellen Ende der Fangsaison zu schliessen. Aus Sicht von Greenpeace kam diese Entscheidung zu spät und zeigte einmal mehr das Versagen der EU-Fischereipolitik. Die EU hätte die Blauflossen-Thunfischerei für 2010 erst gar nicht eröffnen dürfen und sich bei den Verhandlungen der Internationalen Organisation für den Atlantischen Thunfisch (International Commission for the Conservation of Atlantic Tunas - ICCAT) vehement für einen Fangstopp im Jahr 2010 einsetzen müssen. Denn die ICCAT vergibt die Fangquoten.

Der Bestand des Blauflossen-Thunfischs im Mittelmeer, der zu 70 Prozent mit Ringwaden gefangen wird, ist stark überfischt. Nach Angaben von Wissenschaftlern gibt es im Mittelmeer 80 Prozent weniger erwachsene Blauflossen-Thunfische (auch Roter Thunfisch genannt) als noch vor 20 Jahren.

Zudem führt das durch die EU ausgerufene vorzeitige Ende der Fangsaison nicht zu einem wirklichen Stopp des Thunfisch-Fanges im Mittelmeer. Denn europäische Fischer fahren auf Trawlern mit nicht-europäischen Flaggen - sogenannten „flags of convenience“ - weiter. So umgehen sie die EU-Regulierungen. Nicht-EU Trawler fangen 40 Prozent der von ICCAT vergebenen Quote für Blauflossen-Thunfisch.

Greenpeace setzt sich seit Jahren für den Schutz des Blauflossen-Thunfischs ein. Mit den Schiffen Rainbow Warrior und Arctic Sunrise protestierte Greenpeace Anfang Juni im Mittelmeer gewaltfrei für einen sofortigen Stopp des Blauflossen-Thunfisch-Fanges. Das Mittelmeer ist das wichtigste Aufzuchtgebiet für Blauflossen-Thunfisch. Damit sich die Bestände erholen können, müssen die Laichgebiete unter Schutz gestellt werden damit sie vor den Fischern sicher sind.

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