Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Japanische Walfänger müssen draußen bleiben!

Australische Häfen bleiben auch dieses Jahr für japanische Walfänger geschlossen. Sollte ihnen unverhofft der Sprit ausgehen, wissen sie auf wessen Hilfe sie nicht zu setzten brauchen. Weder Anlegen noch Auftanken ist den Jägern in Australiens Häfen während ihres Raubzuges erlaubt.

  • /

Bereit jederzeit auszulaufen, wartet die japanische Walfangflotte derzeit im Hafen von Shimonoseki. Ziel ist das Walschutzgebiet im Südpolarmeer. Nahe der Antarktis eröffnen die Japaner, wie jedes Jahr im November, die nächste Walfangsaison.

Die japanische Walfangsaison im südlichen Ozean dauert von Dezember bis März. Und wie immer wird der Raubzug auch als Forschungsreise getarnt. Das wissenschaftliche Forschungsprogramm Japans in der Antarktis stellt einen Mißbrauch an der Grundkonvention der Internationalen Walfangkommission dar. Das haben Mitglieder des wissenschaftlichen Ausschusses der IWC letztes Jahr nachgewiesen, sagt Meeresexpertin Stefanie Werner von Greenpeace.

Mehr als 1000 Zwergwale und weitere zehn der bedrohten Finnwale werden während der diesjährigen Fangreise wohl getötet werden. Denn Japan hat seine Fangquote weiter erhöht. Selbst den Buckelwalen wollen die Japanischen Fischer ab nächstem Jahr an den Kragen. Nur im äußersten Notfall wolle die australische Regierung daher ihre Häfen für die Walfänger freigeben, sagte ein Sprecher des Australischen Umweltministers Ian Campell am Montag.

Australien und viele internationale Organisationen kritisieren heftig das Töten der sanften Meeressäuger. Sie versuchen den Fängern die Jagd so schwer wie möglich zu machen.

So gut die Absichten Australiens auch sind, effektiv wird dieser Schritt nicht viel nützen., erläutert Werner. Die Walschutznationen müssen sich in dieser Angelegenheit gemeinsam gut organisieren, für die Wale viel mehr wagen und dabei auch rechtliche Schritte nicht scheuen.

Werner weiter: Teile der Antarktis gehören zur ausschließlichen Wirtschaftszone Australiens. Regionen, in denen Japan unter anderem seine Harpunen abschießt. Australien muss alle Möglichkeiten ausloten, dem zu begegnen.

Trotz hitziger Diskussionen isst man im Land der aufgehenden Sonne weiterhin Walfleisch. Und auch Island setzt auf kommerziellen Walfang. Kristjan Loftsson, Besitzer des isländischen Walfangunternehmens Hvalur, versucht seine Beute der letzten Wochen, 100 Tonnen Walfleisch, in Japan abzusetzten. Stolz erklärt er: We are back in business! (Wir sind zurück im Buisness!)

Helfen sie mit, den isländischen Walfang zu stoppen.

Schreiben Sie dem isländischen Tourismusverband. Fordern Sie ihn auf, sich für ein schnelles Ende der Waljagd einzusetzen!

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Zum Wegkrabbeln

Keine Ausreden mehr: Wissenschaftler haben weltweit den Zustand der Arten bewertet, die Fakten sind bekannt. Christoph Thies von Greenpeace erzählt, was das bedeutet.

Klimakiller Kunststoff

Plastik ist schädlich für die Umwelt – so weit, so bekannt. Ein neuer Report beleuchtet einen bislang vernachlässigten Aspekt von Kunststoffen: wie sie den Klimawandel vorantreiben.

Löchrige Lebensversicherung

Eine Million Arten sind vom Aussterben bedroht. Die Wissenschaft fordert ein radikales Umdenken. Was der Weltbiodiversitätsrat empfiehlt, erzählt Christoph Thies von Greenpeace.