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Japan verfehlt Mehrheit

Auch in diesem Jahr hat Japan die Mehrheit in der Internationalen Walfangkommission (IWC) nur knapp verfehlt. In keiner der von Japan angestrebten Entscheidungen pro Walfang konnten sich die Asiaten bis zum dritten Tag - Sonntag - durchsetzen. Doch der Kampf für die Meeressäuger im Südpolarmeer geht weiter.

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Die Mehrheit der Walschützernationen unter den 70 Mitgliedsländern der IWC hat die japanischen Anträge zur Streichung der Kleinwale von der Agenda und die Einführung geheimer Abstimmungen abgewiesen. Japan hatte in den vergangenen Jahren mit Hilfsgeldern an arme afrikanische, karibische und pazifische Staaten deren Stimmen für den Walfang gekauft.

Doch Guatemala ließ sich von den Walfanggegnern überzeugen und Senegal erschien erst gar nicht zur IWC. So reichte es Japan nicht für eine Mehrheit. Dennoch konnte sich die IWC auch in diesem Jahr nicht auf eine Neuregelung der wissenschaftlichen Jagdquoten einigen.

Die Wale sind noch einmal davon gekommen, aber es war denkbar knapp, warnt Stefanie Werner, Waleexpertin von Greenpeace, vor Ort auf St. Kitts und Nevis. Die Anti-Walfang-Länder müssen diese knappe Entscheidung als Weckruf erkennen, und ihren ambitionierten Worten über den Schutz der Meeressäuger endlich auch Taten folgen lassen. Japan bezichtigt die IWC der Abnormalität und des Totalversagens, doch die Walschützernationen sind sich einig, dass das Moratorium die einzige Lösung war und ist, um die Meeressäuger zu retten.

Inzwischen hat eine von Greenpeace in Auftrag gegebene repräsentative Studie in Japan ergeben, dass sich 77 Prozent der Japaner gegen den kommerziellen Walfang auf der Hohen See (Antarktis) aussprechen. Um so wichtiger, dass der Kampf für die Wale in der nächsten antarktischen Jagdsaison weitergeführt wird.

Japan wird es nicht schaffen, uns aus den Schlachtfeldern im Südpolarmeer zu vertreiben, sagt Stefanie Werner. Auch im nächsten Winter wird Greenpeace mit seinem größten Schiff, der Esperanza, wieder vor Ort sein, um für die Wale zu streiten und der Welt aktuelle Bilder des blutigen Abschlachtens der friedlichen Meeresgiganten zu liefern.

Die japanische Walfangflotte hat in der Saison 2005/2006 im Walschutzgebiet im Südpolarmeer doppelt soviele Minkewale wie im Vorjahr harpuniert. 850 Tiere mussten sterben. Besonders tragisch: Auch die extrem gefährdeten Buckel- und Finnwale standen auf der Abschussliste. Zehn Finnwale wurden bereits abgeschossen und Japan hat bereits angekündigt, erneut Finn- und Buckelwale jagen zu wollen.

Die IWC befasst sich nur mit Großwalarten, doch alle rund 80 Walarten weltweit sind bedroht. Jedes Jahr sterben mehrere hunderttausend Wale in Fischernetzen, durch massive Meeresverschmutzung und Walfang. Zudem sind die Meeressäuger durch Unterwasserlärm, Klimaerwärmung, Zerstörung der Ozonschicht und durch die Öl- und Gasförderung bedroht. Greenpeace fordert die IWC auf, sich endlich auch mit diesen massiven Bedrohungen für die marinen Säugetiere zu beschäftigen.

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