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Ölplattformen richten immer größeren Schaden an

Jeden Tag verunreinigen Ölplattformen die Nordsee und schädigen die Umwelt im Ausmaß eines großen Tankerunglücks. Bei einem dreitägiger Rechercheflug von Greenpeace entlang der dänischen, norwegischen und englischen Küste wurden jetzt wieder große Ölteppiche entdeckt.

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Es ist eine schleichende Entwicklung, die von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen und von der Politik gebilligt wird. Rund 400 Öl- und Gasplattformen gibt es auf der Nordsee und alle leiten sogenanntes Produktionswasser ins Meer. Plattformen fördern ein Gemisch aus Öl, Gas und Wasser. Nachdem das Öl von den restlichen Stoffen getrennt wird, werden diese einfach im Meer entsorgt.

Zwar darf das Abwasser maximal 40 Gramm Öl pro Kubikmeter Wasser enthalten. Je länger jedoch eine Lagerstätte ausgebeutet wird, desto mehr Wasser enthält das geförderte Öl. Folglich wird auch mehr Produktionswasser ins Meer geleitet.

Die eingeleiteten Ölmengen betrugen laut OSPAR (Oslo-Paris-Kommission zum Schutz des Nordost-Atlantiks) 1984 rund 1700 Tonnen, 1994 rund 6000 Tonnen und 2005 stiegen sie auf rund 13.000 Tonnen an. Die Grenzwerte für Öl im Abwasser werden immer öfter überschritten. Die Plattformen stehen im Öl und nichts wird dagegen unternommen. Das Schlimme ist, dass sie rund um die Uhr, jeden Tag Öl in die Nordsee einleiten, sagt Dr. Christian Bussau, Biologe bei Greenpeace.

Alle zwei Jahre unternimmt Greenpeace einen Kontrollflug ausgestattet mit einem Satellitennavigationssystem, um den Behörden genaue Angaben machen zu können. Das Bildmaterial des letzten Flugs im Juni diesen Jahres wurde in der vergangenen Woche ausgewertet. Man konnte deutlich die großen, schwarzen Ölklumpen auf dem Meer sehen. Es war schlimmer, als wir zuvor gedacht haben, kommentiert Bussau.

Die Plattformen im Norden leiten am meisten Öl ins Meer. Die stärksten Verschmutzungen wurden bei den dänischen Plattformen Tyra East und Gorm, den norwegischen Plattformen Brage und Statfjord B und den englischen Plattformen Dunlin, Thistle, Ninian Central sowie der Brent B Plattform von Shell festgestellt.

Bei der Plattform Ninian Central konnten die Umweltschützer einen auffälligen Vorgang beobachten: nachdem das Öl ins Meer geleitet wurde, wird es von einem Versorgungsschiff weiter verteilt. So ist der Ölteppich hinterher nicht mehr sichtbar. Der Versorger ist eigentlich für Sicherheitsnaßnahmen vor Ort.

Das eingeleitete Öl schädigt das Meer und seine Lebewesen erheblich. Kleinste Mengen werden von Organismen aufgenommen und gelangen so in die Nahrungskette. Dort reichern sie sich als Schadstoffe in Würmern, Muscheln, Krebsen, Seesternen, Fischen, Seevögeln und Meeressäugern an. Dadurch kann es zu schweren Wachstums- und Entwicklungsstörungen kommen. Über die Nahrungskette können die Schadstoffe schließlich auch zum Menschen gelangen und Auslöser für Krankheiten sein.

Greenpeace fordert die Regierungen der Anrainerstaaten der Nordsee auf, die Ölverschmutzung der Plattformen durch Produktionswasser sofort zu stoppen. Die Anlagen müssen regelmäßig kontrolliert werden und es muss harte Strafen für Ölsünder geben.

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