Unsere Meere

Industriegebiet Meer

Noch immer sehen wir das Meer als Ressourcengeber. Rund ein Fünftel der fossilen Energien stammt derzeit aus dem Meeresboden. Menschen baggern Sand und Kies ab; dazu ist nun auch Tiefseebergbau geplant.

Schatzjagd auf dem Meeresgrund

Das Wettrennen um die Ressourcen der Ozeane ist in vollem Gange. Empfindliche Ökosysteme sind bedroht.

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Marode Tanker und rostende Pipelines verschmutzen schleichend unsere Meere. Die Förderung von Sand, Kies und Metallen vernichtet Lebensraum. Und auch die Suche nach fossilen Energien unter Wasser selbst birgt enorme Gefahren.

ERDÖL UND GAS

Ölbohrinseln sind eine Risikotechnologie. Unfälle können auf einen Schlag zahlreiche empfindliche Biotope vernichten, doch schon giftige Alltag schadet den Meeren: Jahr für Jahr gelangen Tausende Tonnen Rohöl während des alltäglichen Förderbetriebs durch das sogenannte Produktionswasser ins Meer.

Weltweit gibt es etwa 6000 Offshore-Plattformen, allein rund 500 in der Nordsee. Besonders in tieferen Meeresregionen sind die Bohrungen schwierig: Die Gerätschaften sind hohem Wasserdruck ausgesetzt, Tiefseearbeiten erfolgen per Roboter. 

Sogar die noch fast unberührte Arktis ist ins Visier der Öl- und Gasindustrie gerückt. Durch die Klimakrise schwindet das arktische Meereis mit erschreckender Geschwindigkeit, die natürliche Barriere gegen die Ausbeutung der Ressourcen schmilzt dahin. Greenpeace fordert daher ein internationales Abkommen, das den Schutz der Arktis sicherstellt. 

SAND UND KIES

Wie Öl und Gas gehen auch die Landvorräte an Sand und Kies für den Straßenbau zur Neige. Schiffe mit riesigen Saugbaggern tragen deshalb den Meeresboden metertief ab. Teile von Sandbänken oder gleich ganze Sandbanklebensräume werden dem Meer entrissen.

Viele Meeresbewohner können sich auf abgebauten Flächen nicht wieder ansiedeln, da nach dem Eingriff die Korngrößen der Sedimente verändert sind. Sie sind meist feiner und bieten zum Beispiel Sandaalen und Grundeln keinen Unterschlupf mehr. Sandaale sind in der Nordsee wiederum die Hauptnahrung für viele Fische, Robben, Schweinswale und Vögel.

So schadet der Abbau auch Tieren, die von den Arbeiten nicht direkt betroffen sind. Die aufgewirbelten feinen Sedimente verteilen sich zudem mit der Strömung, trüben das Wasser und können Lebewesen wie Seenelken überlagern, so dass sie absterben.

METALL

In der Tiefsee locken Mangan, Gold, Silber, Platin und andere Buntmetalle. Viele Staaten, darunter auch Deutschland, erhoffen sich ein lohnendes Geschäft und sichern sich Schürfrechte. Zu den größten Erzvorkommen zählen die polymetallischen Manganknollen in 4000 bis 5000 Metern Tiefe: kartoffel- bis kopfgroße Klumpen aus Mangan, Eisen, Silikaten und in geringerer Konzentration Kobalt, Kupfer und Nickel. Sie sollen entstanden sein, indem sich Mineralien über Millionen Jahre um einen „Kristallisationskeim“ ablagerten, etwa um einen kleinen Felsbrocken oder ein Knochenstück. Der Vorrat an Manganknollen wird auf zehn Milliarden Tonnen geschätzt, die üppigsten Felder liegen westlich vor Mexiko, im Peru‑Becken des südöstlichen Pazifiks und im Indischen Ozean.

Hydrothermale Quellen bilden eine zweite Rohstoffquelle. An den „Schwarzen Rauchern“, um 400 Grad heißen Quellen, bilden sich schwefelhaltige Erze: Massivsulfide. Schwarze Raucher treten an unterseeischen Plattengrenzen auf, wo durch vulkanische Aktivitäten ein Wärme‑ und Stoffaustausch zwischen Gesteinen der Erdkruste und dem Ozean stattfindet. Um sie herum lagern sich mächtige Metallkrusten ab. Im Südwestpazifik sollen sie reich an Kupfer, Zink, Gold und Silber sein. 

Noch steht die Exploration der Schätze am Anfang, es gibt viele technische Probleme zu lösen. Die Auswirkungen eines solchen Abbaus auf die Tiefsee sind erst recht noch komplett unklar. Trotzdem sind bereits erste Forschungsprojekte im Gange.

LÖSUNGEN

Für den Abbau der Bodenschätze auf der Hohen See ist die Internationale Seebodenbehörde der UN zuständig. Die Nutzung von Fischbeständen und die Schifffahrt werden über andere Gremien geregelt. Eine Zusammenarbeit gibt es nicht, und alle stellen die Nutzung der Meere über den Schutz. 

Greenpeace fordert ein neues übergreifendes UN-Abkommen für die Hohe See. Dieses muss die existierenden Gremien koordinieren, den Schutz der Artenvielfalt in den Vordergrund rücken und 30 Prozent des Meeres bis 2030 unter Schutz stellen (jetzt Petition unterschreiben). Darüber hinaus dürfen unkalkulierbare Risiken wie der Tiefseebergbau gar nicht weiter verfolgt werden, stattdessen müssen verstärkt Recyclingmethoden zum Einsatz kommen.

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Häufig gestellte Fragen

  • Gibt es schon jetzt Abbau von Mineralien und Metallen in der Tiefsee?

    Bisher gibt es auf der so genannten Hohen See noch keinen Abbau von Metallen oder Mineralien, sondern ausschließlich Scouting-Gebiete, um den Abbau zu testen.

  • Ist der Abbau zerstörerisch?

    Da Ökosysteme in der Tiefsee sehr empfindlich sind, ist der Abbau nicht ohne massiven Einfluss auf diese Ökosysteme durchzuführen. Zudem weiß man über viele Bereiche der Tiefsee noch sehr wenig, so dass man eventuell etwas zerstört, was man noch nicht kennt. Insgesamt gibt es bisher nur wenige Informationen über die ökologischen Auswirkungen.

  • Wie schnell erholen sich Ökosysteme nach einer Ölkatastrophe?

    Nach heutigem Wissensstand kann man nicht abschätzen, ob sich ein Ökosystem überhaupt wieder erholen kann. Wie lange ein Ökosystem zur Erholung benötigt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig, denn jedes Ökosystem hat eine andere Regenerationsperiode.

  • Forderungen

    • Ökologisch nachhaltige und sozial verträgliche Nutzung der Meere
    • Ein Netzwerk von großflächigen Schutzgebieten, das mindestens 30 Prozent der Meere ausmacht
    • Sofortverbot für jegliche Tiefseeausbeutung auf der Hohen See.

    Veröffentlichungen zu diesem Thema

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