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57. Jahrestreffen der Internationalen Walfangkommission hat begonnen

In der südkoreanischen Hafenstadt Ulsan ist am Montag ein peinlicher Tag für die Delegierten beim 57. Jahrestreffen der Internationalen Walfangkommission (IWC) zu Ende gegangen. So beschreibt es Thomas Henningsen, Wale-Experte bei Greenpeace und gegenwärtig als Beobachter in Ulsan dabei. Vom 20. bis zum 24. Juni treffen sich rund 300 Delegierte der über 80 IWC-Mitgliedsländer, um über alle Fragen rund um das Thema Walfang zu entscheiden.

Am Montag wurde über zwei Punkte abgestimmt, über die Tagesordnung und über geheime Abstimmungen, berichtet Thomas Henningsen, Greenpeace Meeresexperte aus Ulsan. Japan wollte alle Diskussionen, die den Schutz der Wale betreffen, von der Tagesordnung nehmen lassen. Mit 32 zu 28 Stimmen wurde dieses Ansinnen jedoch zurückgewiesen. Der zweite janpanische Vorschlag, alle Abstimmungen geheim abzuhalten, wurde ebenso knapp mit 30 zu 27 Stimmen abgelehnt.

Ich hatte den ganzen Tag das Gefühl, dass es vielen Delegierten gar nicht um die Wale geht, sondern um das Prinzip, alles, was im Meer schwimmt und lebt auch jagen zu dürfen, kritisiert Henningsen.

Bereits Sonntagabend hatte Greenpeace in Ulsan den Protest gegen den Walfang deutlich gemacht. An die Außenwand des IWC-Tagunshotels warf ein Großprojektor riesengroße Bilder von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen: Sie alle wollen keinen Walfang mehr und haben das mit ihrem Foto zum Ausdruck gebracht. Beim virtuellen Protestmarsch auf die IWC in Uslan sind über 51.000 Bilder aus 122 Ländern zusammengekommen.

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