Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

409 Tonnen Walfleisch im Angebot

Eine große Menge Walfleisch ist diese Woche in den japanischen Handel gelangt. Nach Angaben des staatlichen Instituts für Walforschung wurden 409 Tonnen Fleisch von 194 getöteten Walen zum Verkauf freigegeben. Es stammt von Tieren, die in der Zeit von Juli bis Oktober auf einer so genannten Forschungsfahrt gefangen wurden. Zum ersten Mal seit 26 Jahren wurden dabei auch vom Aussterben bedrohte Seiwale harpuniert.

Mit der Vermarktung des Fleisches der illegal gefangenen Wale zeigt die japanische Regierung, wie wenig sie bereit ist, internationale Abkommen zu unterstützen, erklärte Thilo-Mack, Meeres-Experte von Greenpeace.Mit dem Verkauf des Pottwalfleisches erweist die japanische Regierung der Bevölkerung außerdem einen Bärendienst. Die Tiere sind durch ihre Stellung in der Nahrungskette hoch mit Dauergiften und Schwermetallen belastet. So musste in der letzten Saison das Fleisch der Pottwale entsorgt werden, da es für den menschlichen Verzehr nicht geeignet war.

Insgesamt wurden dieses Jahr von norwegischen und japanischen Walfängern 1318 Großwale getötet, darunter 1174 Minke-, 50 Bryde-, 39 Sei- sowie 5 Pottwale. Das ist das größte Fangergebnis seit Bestehen des Internationalen Walfangverbotes von 1986. Japan darf die friedlichen Meeresriesen töten, weil es die Jagd als Forschungsprogramm tituliert. Bislang hat das Land noch keine wissenschaftlichen Daten veröffentlicht. (abu)

Weiterführende Publikationen zum Thema

Schutz den Meeresschutzgebieten in Nord- und Ostsee

Meeresschutz findet in Deutschland nur auf dem Papier statt: In den zehn Offshore-Schutzgebieten in Nord- und Ostsee sind auch acht Jahre nach ihrer Ausweisung keinerlei Schutzmaßnahmen in Kraft.

Mehr zum Thema

Schleichendes Gift

Wenn Verbote zu spät kommen: Große Teile der weltweiten Orca-Bestände stehen vor dem Aussterben. Schuld ist ein Schadstoff, der seit fast 15 Jahren auf der Schwarzen Liste steht.

Zurück – oder in die Zukunft

Die Internationale Walfangkommission steht vor einem Paradigmenwechsel: Will sie weiter nur den kommerziellen Walfang regulieren – oder aktiv zum Schutz der Wale beitragen?

Erweiterung des Schlacht-Felds

Japans Wal-Schlachten, vorgeblich zu wissenschaftlichen Zwecken, geht weiter. Nun erhöht das Land die Fangquote für Minke- und Seiwale sogar – und ignoriert offizielle Beschlüsse.