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Greenpeace-Aktivisten protestieren gegen Gentechnik in Fast Food von McDonald's, 19. Juli 2000
Christian Lehsten / Argum / Greenpeace

McDonald's grüne Schminke

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Grün, grün, grün sind alle meine Farben? Nicht ganz - McDonald's ist ein Paradebeispiel für Greenwashing. Neue Pläne für Gentechnik im Geflügelfutter beweisen es.

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Vor ein paar Jahren wechselte die Fast-Food-Kette den Hintergrund für das Unternehmenslogo von Rot auf Grün – als Bekenntnis und Respekt vor der Umwelt, wie es hieß. Ein bisschen Schminke reicht allerdings nicht aus, um die Umwelt zu schützen. Sie kann auch dazu dienen, den einen oder anderen schmutzigen Fleck in der Produktionskette zu vertuschen.

Einer dieser hässlichen Flecke kommt jetzt zum Vorschein. Denn der Burger-Riese will wieder Gentechnik im Geflügelfutter einsetzen. Geflügelmäster wie Wiesenhof und Co. hatten im Februar angekündigt ,gentechnisch veränderte Soja ab sofort ins Futter zu mischen und damit eine seit 14 Jahren bestehende Selbstverpflichtung aufzugeben.

Sowohl McDonald’s als auch Wiesenhof gehören zu den größten Marktanbietern von Geflügelfleisch in Europa. Wiesenhof ist Nummer 2 unter den Geflügelmästern auf dem europäischen Markt. „Unternehmen wie Lidl, McDonald’s oder Wiesenhof bestimmen maßgeblich mit, ob weiterhin Gifte und Gentechnik in der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion eingesetzt werden“, sagt Stephanie Töwe, Landwirtschaftsexpertin von Greenpeace.

Nach einer Greenpeace-Kampagne hatte McDonald’s seit 2001 europaweit auf den Einsatz von Gen-Futter bei Chicken Nuggets und Chicken Burgern verzichtet. Die Fast-Food-Kette erkannte, dass der Anbau von Gen-Soja verheerende Auswirkungen auf den südamerikanischen Regenwald hat. Das scheint dem Unternehmen nun egal zu sein.

Fast Food kommt der Umwelt teuer zu stehen

Der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen wie Gen-Soja hat massive ökologische Auswirkungen: Der hohe Einsatz von gefährlichen Pestiziden zerstört die Artenvielfalt und führt zu resistenten Unkräutern, die mit immer mehr und giftigeren Spritzmitteln bekämpft werden müssen. Wasser und Böden werden dadurch verschmutzt und Anwohner in den südamerikanischen Anbauregionen sind den oft mit Flugzeugen ausgebrachten Giften schutzlos ausgeliefert.

McDonald’s hat erklärt, dass der Konzern für den Erhalt der natürlichen Ressourcen und landwirtschaftlicher Nutzflächen, für Tierschutz und die überprüfbare Rückverfolgung aller Produktionsstufen steht. Zudem gehört der „verantwortungsvolle Umgang mit Biotechnologie auf wissenschaftlicher Basis inklusive Berücksichtigung der Verbraucherwünsche und –bedenken“ zu den Nachhaltigkeitsgrundsätzen der Fast-Food-Kette.

„Das ist blanker Hohn, das ist sogenanntes Greenwashing. All das kann McDonald’s nicht erfüllen, wenn es wieder Gen-Soja im Tierfutter einsetzt“, sagt Töwe. „Die verantwortungslose Produktion von billigem Fast Food-Fleisch kommt unserer Umwelt und zukünftigen Generationen teuer zu stehen.“

McDonald’s hat Greenpeace gegenüber zugegeben, dass der Preis für sie allein entscheidend ist. So heißt es, es gäbe keine ausreichenden Mengen an gentechnik-freien Futtermitteln „zu wirtschaftlich vertretbaren Konditionen“. Dabei würde ein Chicken Burger nur weniger als 1 Cent teurer werden, wenn das Unternehmen auf Gen-Soja im Geflügelfutter weiterhin verzichten würde.

Die Mehrheit der Verbraucher will keine Gentechnik im Essen, auch nicht indirekt über das Tierfutter. Ein Großteil der Verbraucher wäre auch bereit dafür mehr zu zahlen. Das hat eine Forsa-Umfrage im Auftrag von Greenpeace ergeben.

McDonald's Antwort

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