Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Weniger Subventionen für große Ackerbaubetriebe

Die Europäische Kommission hat am Dienstag ihre Reformvorschläge für die Agrapolitik der nächsten Jahre vorgelegt. Unter anderem sollen im sogenannten Health Check die Subventionen für größere Betriebe stärker gekürzt werden.

  • /

Die so frei werdenden Mittel sollen für neue ökologische Maßnahmen zur Verfügung stehen. Die Zeiten, in denen Adelshäuser, Strom- und Lebensmittelkonzerne das meiste Geld aus Brüssel bekommen haben, sind damit hoffentlich bald zu Ende, freut sich Greenpeace-Landwirtschaftsexperte Martin Hofstetter.

Denn angesichts der hohen Getreidepreise seien besonders große Ackerbaubetriebe nicht mehr auf staatliche Subventionen angewiesen. Die Vorschläge der Kommission gehen also in die richtige Richtung.

Unverständlich ist allerdings, dass ausgerechnet der deutsche Landwirtschaftsminister Horst Seehofer die Reform am stärksten bremst. Dazu Hofstetter: Während in Bonn die UN-Artenschutzkonferenz um Lösungen ringt, torpediert er den Vorschlag der Kommission, mehr Geld in die Zukunftsthemen Klimaschutz und Artenvielfalt zu stecken.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Flyer Bauernproteste

Ob Kundgebungen in den Großstädten oder stiller Protest mit grünen Kreuzen auf den Feldern - zahlreiche Bauern machen derzeit öffentlich auf ihre prekäre Lage aufmerksam. Greenpeace fordert eine Politik, die klare Regeln zum Schutz von Klima und Artenvielfalt vorgibt, und dabei die Existenz der Höfe sichert.

Wann Deutschland sein Klimaziel 2020 erreicht

Maßnahmen des Klimaschutzpakets über Jahre kaum wirksam: Die Bundesregierung wird ihr öffentlich zugesichertes Klimaziel für das Jahr 2020 mindestens fünf Jahre zu spät erreichen.

Mehr zum Thema

Bauernproteste ernst nehmen

„Wir müssen mit den Bauern für eine Politik kämpfen, die mit klaren Regeln Klima und Arten schützt und die Existenz der Höfe sichert.“ Martin Hofstetter im Interview.

Hüter des Waldes ermordet

Der brasilianische Waldschützer Paulo Paulino Guajajara ist tot. Erschossen von illegalen Holzfällern. Die Regierung Bolsonaros unternimmt nichts, um indigene Gebiete zu schützen.

Klimaschutz auf den Speiseplan

In 46 Städten protestierten am Wochenende Greenpeace-Gruppen gegen die fleischlastige und klimaschädliche Verpflegung in städtischen Kantinen.