Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Weniger Subventionen für große Ackerbaubetriebe

Die Europäische Kommission hat am Dienstag ihre Reformvorschläge für die Agrapolitik der nächsten Jahre vorgelegt. Unter anderem sollen im sogenannten Health Check die Subventionen für größere Betriebe stärker gekürzt werden.

  • /

Die so frei werdenden Mittel sollen für neue ökologische Maßnahmen zur Verfügung stehen. Die Zeiten, in denen Adelshäuser, Strom- und Lebensmittelkonzerne das meiste Geld aus Brüssel bekommen haben, sind damit hoffentlich bald zu Ende, freut sich Greenpeace-Landwirtschaftsexperte Martin Hofstetter.

Denn angesichts der hohen Getreidepreise seien besonders große Ackerbaubetriebe nicht mehr auf staatliche Subventionen angewiesen. Die Vorschläge der Kommission gehen also in die richtige Richtung.

Unverständlich ist allerdings, dass ausgerechnet der deutsche Landwirtschaftsminister Horst Seehofer die Reform am stärksten bremst. Dazu Hofstetter: Während in Bonn die UN-Artenschutzkonferenz um Lösungen ringt, torpediert er den Vorschlag der Kommission, mehr Geld in die Zukunftsthemen Klimaschutz und Artenvielfalt zu stecken.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Keime außer Kontrolle

Nährstoffe und antibiotikaresistente Bakterien in Gewässern in Deutschland – Ergebnisse von Greenpeace-Analysen und einer Mess- und Informationstour durch 21 Städte

Mehr zum Thema

Verbindlich werden

Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner schlägt eine weitere freiwillige Haltungskennzeichnung für Fleisch vor. Doch das hilft nicht. Verpflichtende Regelungen müssen her.

Schlechter Einfluss

Die Massentierhaltung hinterlässt Spuren auch jenseits der Stallmauern. Greenpeace untersuchte europäische Gewässer und fand insbesondere Antibiotika und Pestizide.

Keime im Fluss

Bakterien, die gegen Antibiotika resistent sind, verbreiten sich über Gülle in Gewässern. Greenpeace fordert systematische Kontrollen und eine artgerechte Tierhaltung.