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Weniger ist mehr

Die von der Industrie empfohlene Menge an Unkrautbekämpfungsmitteln (Herbiziden) in der Landwirtschaft scheint viel zu hoch zu sein. Wissenschaftler der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) konnten in einem sechsjährigen Langzeitversuch in der Nähe von Berlin zeigen, dass die Menge ohne nennenswerte Ernte-Einbußen um fast die Hälfte reduziert werden könnte. Da rund 50 Prozent aller in der Landwirtschaft eingesetzten Pflanzenschutzmittel Herbizide sind, zahle es sich gerade in diesem Bereich aus Mittel einzusparen, so die BBA.

Die Forscher waren selbst überrascht von ihrem Ergebnis. Dr. Bernhard Pallutt vom Institut für integrierten Pflanzenschutz sagte, dass immer dann weniger Herbizid nötig war, wenn die Kulturpflanzenbestände besonders gut entwickelt waren und leicht zu bekämpfende Unkräuter das Bild bestimmten. Deswegen können die Wissenschaftler den Landwirten nicht generell empfehlen, künftig nur die Hälfte zu spritzen. Doch zeigen die Versuche deutlich, so Pallutt, dass ein enormes Einsparpotenzial auch über Jahre hinweg vorhanden sei, der Landwirt sich aber wie gewohnt die Bedingungen auf seinem Acker anschauen müsse.

Greenpeace-Landwirtschaftsexperte Alexander Hissting weist darauf hin, dass das hohe Einsparungspotenzial beim herkömmlichen Ackerbau auch deshalb vorhanden sei, weil dort im Gegensatz zu anderen Agrarbereichen wie dem Obstanbau noch kaum neue Erkenntnisse der integrierten Bewirtschaftung einfließen. Die Gesamtmenge aller eingesetzten Chemikalien sei unglaublich hoch. Allerdings gibt es schon längst die Möglichkeit, ganz auf Herbizide zu verzichten, gibt Hissting zu bedenken. Greenpeace hält deshalb die ökologische Landwirtschaft für die beste Alternative.

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