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Tengelmann, Rewe und Edeka gewinnen - mit höchster Pestizidbelastung

Für den Verkauf von gesundheitsgefährdendem Obst und Gemüse haben 20 Greenpeace-Aktivisten Dienstag Pestizid-Preise an die Unternehmensleitungen der Handelsketten Rewe und Edeka übereicht. Von Kaiser's-Tengelmann fand sich kein Vertreter, der für den 1. Platz einen der drei mannshohen Pokale mit der Aufschrift Maximale Pesitzidbelastung 2007 am Eingang zum Unternehmertag Lebensmittel in Köln entgegennehmen wollte. Die drei Vollsortiment-Ketten hatten bei den Pestizid-Untersuchungen für den zweiten Greenpeace-Supermarktvergleich am schlechtesten abgeschnitten.

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Die Pestizid-Pokale sollen Tengelmann, Rewe und Edeka daran erinnern, dass sie in Zukunft zumindest die gesetzlichen Pestizidgrenzwerte für Obst und Gemüse einhalten müssen, sagt Manfred Krautter, Chemieexperte von Greenpeace. Gegen die Vorstände der Unternehmen hat Greenpeace bereits Strafanzeige erstattet. In zehn bis 20 Prozent der konventionell angebauten Ware der Konzerne wurden die gesetzlichen Höchstmengen erreicht oder überschritten.

Pestizide machen krank

Pestizide sind eine der häufigsten Ursachen für akute und schleichende Vergiftungen. Besonders gefährlich für Verbraucher sind die langsamen und zeitversetzten Wirkungen von Pestiziden: Sie können die Zellteilung stören, das Entstehen von Krebs begünstigen, das Erbgut verändern, das Immunsystem beeinträchtigen oder Allergien auslösen.

Weltweit werden Pestizidwirkstoffe in rund 5.000 unterschiedlichen Spritzmitteln verwendet. Diese Vielfalt von Schadstoffen kann, je nach Wirkungsweise, jede unserer elementaren Körperfunktionen gefährden. Wechselwirkungen der Gifte untereinander sind kaum untersucht und stellen ein weiteres Risiko dar. Viele Toxikologen halten daher die existierenden Grenzwerte für nicht ausreichend.

Unrechtsgewinne für den Handel

Aus einer am Montag von Greenpeace veröffentlichten Modelrechnung geht hervor, wieviel Gewinn die Firmen mit dem Handel von gesundheitsgefährdendem Obst und Gemüse machen: Jährlich werden im Handel 268.000 Tonnen pestizidbelastete Ware angeboten - im Wert von etwa einer halben Milliarde Euro. Jeder deutsche Verbraucher verzehrt damit im Durchschnitt über drei Kilogramm Obst und Gemüse, das nach dem Lebensmittelgesetz nicht verkehrsfähig ist.

Die deutschen Supermarktketten machen jährlich Millionengewinne durch den Verkauf nicht verkehrsfähiger Ware. Mit diesen Geschäften werden die Verbraucher betrogen und ihre Gesundheit gefährdet. Verbraucherminister Horst Seehofer und seine Länderkollegen müssen endlich für Transparenz und eine bessere Lebensmittelüberwachung sorgen fordert Krautter.

Der Supermarkt-Vergleich mit anderen großen Handelsketten zeigt, dass es besser geht: die Produkte von Aldi, Lidl und Billa (Rewe Österreich) enthalten deutlich weniger Pestizidrückstände. Befriedigend war dennoch kein Ergebnis im Test. Nur Bio-Ware ist derzeit uneingeschränkt empfehlenswert: Der Bio-Anbau verzichtet auf chemische Spritzmittel, daher enthalten Bio-Produkte in der Regel keine Pestizidrückstände.

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