Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Deutsche Tomaten aus Spanien

Pestizidverseuchte Tomaten aus einer Neukauf-Filiale (Edeka) in Stuttgart sind mit einem falschen Herkunftsland deklariert worden. Auf diesen Fall von Verbrauchertäuschung wurden wir aufmerksam, als sich auf unseren Test zu illegalen Pestiziden in deutschem Obst und Gemüse (wir berichteten am 30.01.2006) der fälschlich angegebene Erzeuger meldete. Er teilte uns mit, dass unser Ergebnis nicht stimmen könne. Daraufhin vereinbarten wir einen erneuten Labortest, der die Herkunft der Tomaten klären sollte.

  • /

Wir haben uns entschlossen, gemeinsam mit dem Betrieb in Lampertheim der Sache auf den Grund zu gehen, erklärt der Greenpeace-Agrarexperte Martin Hofstetter. Hierzu haben wir eigene Rückstellproben mit denen des hessischen Betriebs in einem Speziallabor vergleichen lassen. Dort kann mit Hilfe von Stickstoff-/Schwefelisotopenberechnungen die Herkunft von Lebensmitteln festgestellt werden.

Die Laboranalyse stellt fest: Die von uns eingekauften Tomaten stammen nicht aus Hessen, sondern wahrscheinlich aus Spanien, Region Murcia. Das Ergebnis lässt vermuten, dass hier Ware gezielt oder versehentlich bei Edeka vertauscht worden ist, sagt Hofstetter. Wir haben Edeka bereits wegen des unerlaubten Verkaufs angezeigt. Nun kommt noch Verbrauchertäuschung hinzu.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Schadensbegrenzung

Glyphosat ist in der EU weiterhin zugelassen – Minister Schmidt hat es verbockt. Nun muss es wenigstens ein nationales Verbot geben, fordern Aktivisten vor dem Reichstag.

Schlecht beraten

Das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt das Pestizid Glyphosat „unbedenklich“ – und vertraut dabei der Einschätzung des Herstellers. Das berichten internationale Medien.

Mehr als Honig

Beim FC St. Pauli wird neuer „Ewaldbienenhonig“ produziert. Ein lustiges Wortspiel. Aber hinter dem Projekt steckt eine ernste Absicht.