Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Flaggschiff Rainbow Warrior protestiert vor Kraftwerksstandort in Kiel

Greenpeace-Report: Umweltschäden durch Kohle in Milliardenhöhe

Gern erzählen Politiker und Energieversorger die Mär vom billigen Kohlestrom. Doch das Verbrennen von Kohle richtet jedes Jahr Umweltschäden in Milliardenhöhe an. Zu diesem Ergebnis kommt der heute in Warschau veröffentlichte Greenpeace-Bericht Die wahren Kosten der Kohle. Kurz vor Beginn der Klimakonferenz im polnischen Poznan mahnt er die Verantwortlichen zu schnellem und energischem Handeln beim Klimaschutz.

  • /

Der Report berücksichtigt bei der Berechnung die von der Kohleverbrennung mitverursachten Klimafolgeschäden sowie Kosten für Landschaftszerstörung, Wasser- und Luftverschmutzung. Auch gesundheitliche Schäden bei Abbau, Verbrennung und Betrieb werden berücksichtigt. Allein für das Jahr 2007 summieren sich diese Folgekosten auf 360 Milliarden Euro.

Wer wie Umweltminister Sigmar Gabriel weiter auf den Klimakiller Kohle setzt, gefährdet die Zukunft kommender Generationen, warnt Karsten Smid, Klimaexperte von Greenpeace. Staatliche Beihilfen für neue Kohlekraftwerke, wie Gabriel sie vorschlägt, wären ein klimapolitisches Fiasko. Klimaschutz ist mit neuen Kohlekraftwerken nicht möglich. Hinzu kommen die immensen Folgekosten. Diese Fakten muss der Umweltminister endlich zur Kenntnis nehmen und umlenken, statt stur an Kohle festzuhalten.

Parallel zur Veröffentlichung des Berichtes protestierte Greenpeace heute mit seinem Flaggschiff Rainbow Warrior gegen den Bau weiterer Kohlekraftwerke in Deutschland. Vor dem Standort für ein neues Steinkohlekraftwerk in Kiel entzündeten Aktivisten auf dem Wasser einen rund drei Meter breiten und ebenso hohen CO2-Schriftzug als brennenden Protest gegen die deutsche Kohlepolitik. Neben der lodernden Fackel warnte ein Banner: Kohlekraft verheizt das Klima.

Der Bau weiterer Kohlekraftwerke ist weltweit die größte Einzelgefahr für das Klima. Ein Drittel des weltweiten Ausstoßes von Kohlendioxid geht auf das Konto der Kohleverstromung, mit steigender Tendenz. Greenpeace fordert die deutsche Regierung auf, bis 2040 der Kohleverstromung ein Ende zu setzen.

Wie das funktionieren kann, hat Greenpeace in der vergangenen Woche mit einem Vorschlag für ein Gesetz zum Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohleverstromung gezeigt. Ein solches Kohleausstiegsgesetz könnte den Rechtsrahmen bieten, Energiekonzernen den Neubau von Kohlekraftwerken aus Klimaschutzgründen zu untersagen.

Publikationen

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Total-Ausfall

Ein Meilenstein zum Schutz des einzigartigen Amazonasriffs: Der Konzern Total darf in dem Gebiet nicht nach Öl bohren. Vor Ausbeutung sicher ist das Riff damit aber noch nicht.

Auf den rechten Weg

Eigentlich sollte die Kohlekommission in dieser Woche ihre Ergebnisse vorlegen, nun verzögert sich der Zeitplan. Greenpeace-Aktivisten protestierten: Schließlich drängt die Zeit.

Sicherheit ist Pflicht

Brandenburg und Sachsen müssen vom Energiekonzern LEAG Sicherheiten verlangen für die Kosten von Braunkohletagebau-Renaturierungen. Das zeigt ein Rechtsgutachten.