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Vattenfall-Chef Josefsson gegen Wüstenstrom

Vattenfall-Chef Lars Josefsson lehnt das Projekt Wüstenstrom ab. Er setzt weiter auf die klimafeindliche Kohle - mindestens bis 2050. Josefsson ist nicht nur Klimaschutzberater von Bundeskanzlerin Angela Merkel, sondern seit kurzem auch der Vereinten Nationen.

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Für den Energieexperten Andree Böhling von Greenpeace hat Josefsson sich mit seiner Ablehnung als Klimaschützer selbst disqualifiziert. Der neue UN-Klimaberater hat sich als das gezeigt, was er tatsächlich ist: Chef-Lobbyist für Atom- und Kohlekraft.

Die Argumentation des Vattenfall-Chefs ist in der Tat widersprüchlich. So beschwört er das Risiko terroristischer Anschläge herauf, um seine ablehnende Haltung zu untermauern.

Wenn Josefsson sich um terroristische Ziele sorgt, sollte er zuerst auf Atomkraftwerke schauen, kontert Böhling. Die größte Gefahr geht hierzulande von den alten Reaktoren aus, von denen keiner gegen einen solchen Anschlag geschützt ist. Sie allein geben ein hervorragendes Ziel für Terroristen ab. Mit dem AKW Brunsbüttel betreibt Vattenfall selbst einen der ältesten und gefährdetsten Reaktoren Deutschlands.

Auch Josefssons Argument, Wüstenstrom sei zu teuer, sticht nicht - zumal er selber die sündhaft teure und im Kraftwerksbetrieb unerprobte CO2-Speicherung propagiert.

Böhling: Der Import von sauberem Strom aus der Wüste nach Europa ist verglichen mit Atom- und Kohlekraft weder zu teuer noch unrealistisch. Sonnenkraftwerke sind im Gegensatz zur unterirdischen Speicherung von Kohlendioxid aus Kraftwerken heute schon ausgereift, bergen keine Risiken und können künftig ein Viertel der weltweiten Stromversorgung sichern. Wer wie Vattenfall die Zeichen der Zeit nicht erkennt, wird ebenso wie die deutsche Autoindustrie eine wirtschaftliche Bauchlandung hinlegen.

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