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Start der renewables 2004

80 Greenpeace-Jugendliche aus elf Ländern haben am Dienstag in Bonn für den Ausbau erneuerbarer Energien demonstriert. Anlass war der Beginn der internationalen Konferenz renewables 2004. Die jungen Leute führten mit ihrer Aktion den Greenpeace-Protest gegen klimaschädliche fossile Energieträger fort. Einen Tag zuvor, am Pfingstmontag, war eine Aktion gegen den Braunkohlentagebau in Hambach, Nordrhein-Westfalen, nach vier Tagen beendet worden.

Wir wollen keine nassen Füße! Erneuerbare Energien - jetzt aber richtig!, forderten die Jugendlichen, die dem Greenpeace-Projekt SolarGeneration angehören. Um ihre Forderung anschaulicher zu machen, hatten sie ein Überschwemmungsszenario aufgebaut: Sandsäcke, ein Schlauchboot, Rettungsringe und Schwimmwesten. Dazu eine 2,50 Meter hohe Säule aus Plexiglas, in der ein junger Umweltschützer bis zum Hals im Wasser stand.

Die Antrittsrede für die SolarGeneration hielt Abigail Jabines von den Philippinen. Die 24-Jährige appellierte an die Konferenzteilnehmer: Haben Sie keine Angst vor ehrgeizigen und klaren, verbindlichen Zielen. Scheuen Sie sich nicht, Projekte mit konkreten Aktionsvereinbarungen und klaren Zeitplänen umzusetzen. Projekte, die unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kinder höher schätzen als Profit und kurzfristige Vorteile.

An der Konferenz renewables 2004 nehmen mehr als 2500 Regierungsvertreter und Experten aus Finanzinstitutionen und Wissenschaft sowie Entwicklungs- und Umweltgruppen aus über 130 Ländern teil. Ziel ist, einen besseren Klimaschutz und eine verringerte Abhängigkeit der Energieversorgung vom Öl zu schaffen. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte vor zwei Jahren auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg zu der Konferenz eingeladen.

Greenpeace fordert den Ausstieg aus der Braunkohle und den Ausbau erneuerbarer Energien. Bislang stammen 14 Prozent der Strom- und Wärmeversorgung in Europa aus erneuerbaren Energiequellen. Nach Ansicht von Greenpeace muss der Anteil der erneuerbaren Energien bis zum Jahre 2020 auf 20 Prozent gesteigert werden.

Die Konferenz ist eine Riesenchance, das Klima-Steuer noch herumzureißen, bevor es zu spät ist, sagte Sven Teske, Energieexperte von Greenpeace. Wenn die Delegierten diese Gelegenheit nicht nutzen, machen sie sich schuldig an kommenden Generationen.

Damit die Konferenzteilnehmer nicht vor dem Ziel schlappmachen, haben die Jugendlichen ihnen Begrüßungspakete mitgebracht. Inhalt: Traubenzucker-Energie zum Durchhalten, ein Energy-Drink mit dem richtigen Energie-Mix und ein Quiz zu Erneuerbaren Energien. Die deutsche Delegation bekommt zusätzlich einen Bumerang als Mahnung an die Erwachsenen: Alles, was Sie jetzt entscheiden, kommt in Zukunft wieder auf uns zurück!

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