Kohleausstieg: Uniper will Datteln 4 / Fortum könnte das verhindern

Neuer Druck aus Finnland

Uniper hält unbeirrt daran fest, das Kohlekraftwerk Datteln 4 in Betrieb zu nehmen. Für den finnischen Mutterkonzern Fortum gelten jetzt allerdings neue, strenge Klimaschutzvorgaben.

  • /

Während in Deutschland einige Großunternehmen unter dem Vorwand der Corona-Krise fordern, Klimaschutzmaßnahmen aufzuschieben, hat die finnische Regierung trotz pandemiebedingter Rezession eine weitreichende Direktive beschlossen: Staatseigene Unternehmen sollen ihr Handeln künftig unter anderem am 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens orientieren. 

Das gilt natürlich auch für den finnischen Staatskonzern Fortum. Der hat gerade seinen Anteil am deutschen Kraftwerksbetreiber Uniper auf 69,6 Prozent erhöht. Als Mehrheitseigner von Uniper könnte Fortum Datteln 4 noch verhindern

Demo bei der Hauptversammlung 

„Wir sind der Auffassung, dass Fortum Datteln 4 nicht nur verhindern kann, sondern nach der neuen finnischen Direktive sogar verhindern muss, um Paris-kompatibel zu wirtschaften“, sagt Lisa Göldner, Klima- und Energieexpertin bei Greenpeace. „Das Wegducken vor der Verantwortung muss ein Ende haben und Fortum bei Uniper endlich durchgreifen!“

Sogar die finnische Ministerin für Umwelt und Klimaschutz, Krista Mikkonen, hat Fortum jetzt öffentlich dazu aufgefordert, mit Uniper eine Lösung zu finden, damit Datteln 4 nicht ans Netz geht. 

Dafür haben Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten bei Fortums Hauptversammlung am 23. April im finnischen Espoo demonstriert. An der Hauptversammlung nahmen weniger als zehn Personen physisch teil, alle übrigen schalteten sich per Videokonferenz zu. Anlässlich der Hauptversammlung übergab Greenpeace eine von 34.853 Personen gezeichnete Petition per Email an Fortum-Chef Pekka Lundmark, die den Konzern auffordert, seiner Verantwortung für den Klimaschutz gerecht zu werden und Datteln 4 nicht in Betrieb gehen zu lassen.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Hambacher Forst in der Krise

Der Hambacher Wald ist gefährdet - nicht nur durch die Bagger von RWE, sondern auch durch Hitze und Trockenheit. In der Studie untersuchen Wissenschaftler der Universität Eberswalde und vom Potsdam Institut für Klimaforschung, wie Klimawandel, das Mikroklima und die Lage am Rand riesiger Braunkohletagebaue sich gegenseitig negativ verstärkten.

Zur Kampagne

Alle Artikel zu dieser Kampagne

Mehr zum Thema

Umweltkatastrophe in Arktis

Was bedeutet die Ölkatastrophe in Russland für Mensch, Tier und Umwelt – und wie hängt das alles mit der Klimakrise zusammen? Ein Interview mit Dr. Christian Bussau von Greenpeace.

Nicht verkohlen lassen!

Das Kohlekraftwerk Datteln 4 geht heute ans Netz. Ein Affront für alle, die die drohende Klimakatastrophe abwenden wollen. Greenpeace Aktivist*innen protestierten vor Ort.

Ausgerechnet

Will Deutschland seine internationalen Verpflichtungen beim Klimaschutz einhalten, darf der Kohletagebau Garzweiler nicht erweitert werden. Das rechnet eine Greenpeace-Studie vor.