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Verkehrte Welt im indischen Alang

Wie am Sonnabend bekannt wurde, hat das Seeamt des indischen Bundesstaates Gujarat Hilfe von der Marine und vom Zoll erbeten, um die Besatzung des Greenpeace-Flaggschiffs Rainbow Warrior festzunehmen. Der Grund: Die Crew beobachtet seit dem 12. November in der Hafenstadt Alang, wie eine britische Firma entgegen indischen und internationalen Gesetzen giftige Abfälle ins Wasser leiten lässt.

Das Exportieren von Giftmüll in Entwicklungs- und Schwellenländer ist laut Baseler Konvention verboten. In Alang aber, wo viele Industrieländer unter unvorstellbaren Bedingungen ihre alten Schrottschiffe abwracken lassen, sind solche Gesetze scheinbar nicht von Bedeutung.

Seit dem 9. November wird dort die Genova Bridge des Londoner Unternehmens V.Ships Commercial auseinander genommen. Die Genova Bridge ist belastet mit giftigen Substanzen wie PCBs (Polychlorierten Biphenylen), Asbest, TBT (Tributylzinn) und Ölschlamm. Greenpeace hat mittlerweile das indische Umweltministerium über die kriminellen Machenschaften an den indischen Küsten informiert.

Ich bin überrascht zu hören, dass die Behörden von Gujarat Greenpeace anklagen wollen, sagte Greenpeace-Geschäftsführer Ananthapadmanabhan. Sie sollten stattdessen Stellung beziehen gegen kriminelle Firmen und Regierungen, die unsere Küsten als Dumpinggewässer für giftige Abfälle nutzen. Und das in klarer Missachtung gerichtlicher Anweisungen. Es sind wohl besondere Interessen im Spiel, wenn Behörden beschließen, Kriminelle nicht zu beachten und Zeugen zu verfolgen. (sit)

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