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Fünf Kindermörder in Europa

Umweltgefahren sind schuld an rund einem Drittel aller Todesfälle bei Kindern und Heranwachsenden in Europa und den Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Umweltverschmutzung, unsauberes Wasser, unzureichende sanitäre Einrichtungen, Bleivergiftungen und Verletzungen werden dabei von Experten als die fünf bedeutsamsten Ursachen genannt.

Das geht aus einer neuen Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hervor, die am Freitag in der medizinischen Fachzeitschrift Lancet publiziert wurde.

Die WHO spricht von der ersten umfassenden Untersuchung des Umwelteinflusses auf die Gesundheit von Kindern in Europa. In der nächsten Woche werden die zuständigen Minister aus 52 Ländern in Budapest zusammenkommen und über die Ergebnisse der Studie diskutieren. Vom 23. bis 25. Juni findet dort die Europa-Konferenz zum Thema Umwelt und Gesundheit der WHO statt. Es wird erwartet, dass das Treffen mit der Verabschiedung eines Aktionsplanes Kinder, Umwelt und Gesundheit endet.

Kinder sind besonders leicht von Umweltfaktoren betroffen, weil ihr Körper sich noch im Wachstum befindet. Die Forscher fanden heraus, dass 2001 in Europa und der ehemaligen Sowjetunion rund 23.000 Kinder bis vier Jahre an Lungenentzündung oder anderen Erkrankungen der Atemwege verstarben, die durch Luftverschmutzung verursacht wurden. Dabei stellt das Verbrennen von festen Gegenständen in geschlossenen Räumen eine besondere Gefahr dar. In der Studie errechneten die Wissenschaftler, dass bis zu 9.000 Kinder jährlich weniger sterben würden, wenn es gelänge auf flüssige oder gasfärmige Heizstoffe umzusteigen.

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