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RWE begräbt Belene

Das erdbebengefährdete AKW Belene wird nicht gebaut. Der Konzern RWE hat sich aus dem Projekt zurückgezogen - aus wirtschaftlichen Gründen, wie es heißt. RWE war vor einem knappen Jahr mit 49 Prozent Anteil eingestiegen. Die anderen 51 Prozent hält der bulgarische Stromkonzern NEK, der seine Pläne noch nicht beerdigen mag. Eine Verwirklichung ist aber unwahrscheinlich geworden.

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Umweltschützer hatten die RWE-Entscheidung, in das Belene-Projekt einzusteigen, heftig kritisiert. Das AKW gilt als eines der gefährlichsten in ganz Europa. Der Bau hatte bereits 1987 begonnen. Fünf Jahre später wurden die Arbeiten aus finanziellen Gründen eingestellt. Doch auch der massive Protest aus der Bevölkerung dürfte eine Rolle gespielt haben.

2003 griff die neue bulgarische Regierung den alten Plan wieder auf und beschloss weiterzubauen. Die Entscheidung war nicht nur umstritten, weil Belene in einem Erdbebengebiet liegt. Auch der zu befürchtende Mix aus alter und neuer Bausubstanz weckte Sorgen. Es war klar, dass dort ein AKW entstehen würde, das in Westdeutschland niemals genehmigungsfähig wäre. Deutsche Bank und HypoVereinsbank stiegen in das Projekt ein und wieder aus. 2008 übernahm RWE schließlich 49 Prozent Anteil.

Mehr Informationen finden Sie in unserem Blog: Das Ende von Belene

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