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Offener Brief: Jeder Tag Atomkraft ist einer zu viel!

Ab heute veröffentlicht Greenpeace in verschiedenen Zeitungen einen Offenen Brief an die Bundeskanzlerin. Auch bekannte Persönlichkeiten wie Harry Rowohlt, Roger Willemsen oder Sarah Wiener unterstützen den öffentlichen Appell: Für einen schnellstmöglichen Atomausstieg 2015!

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Bela B, Stefanie Hertel, Eva Mattes, Stefan Mross, Revolverheld, Jule Ronstedt, Lisa Fitz, Heinrich Hartl, Tobias Schlegl, Renan Demirkan, Katharina Wackernagel, Konstantin Wecker,... - sie und weitere aktive Menschen der Gesellschaft setzen sich für einen schnellstmöglichen Atomausstieg ein.

Damit schließen sie sich den über 260.000 Menschen an, die in den vergangenen Wochen den Energiewende-Appell an Frau Merkel unterschrieben haben. Zudem haben sich 1.300 Wissenschaftler/innen für den Ausstieg aus der Kernenergie, davon etwa 1000 Professor/innen sowie Habilitierte, mit den gleichen Forderungen an die Öffentlichkeit gewandt.

Entscheidende Woche

Die Zeit drängt, denn am Donnerstag, dem 30. Juni, soll der Bundestag ein ganzes Paket neuer Gesetze zur Energiepolitik beschließen. Darin enthalten: Der Atomausstieg im Schneckentempo bis 2022 und damit verbunden der Bau neuer klimaschädlicher Kohlekraftwerke. Tags zuvor hatten Die Grünen auf einem Sonderparteitag beschlossen, der Atomgesetznovelle der schwarz-gelben Regierung trotz alledem zuzustimmen. In der Woche der Entscheidung soll der Offene Brief von Greenpeace Bundestagsabgeordnete und Regierungsmitglieder aufrütteln.

Greenpeace hat in seinem Energiekonzept Der Plan gezeigt, dass der Ausstieg bis 2015 versorgungssicher möglich ist. Auch die von der Regierung eigens eingesetzte Ethikkommission und das Umweltbundesamt halten einen früheren Ausstieg aus der Atomkraft für machbar.

Publikationen

Der Plan - Deutschland ist erneuerbar!

Der Plan ist das Greenpeace-Senario für einen kompletten Umstieg auf erneuerbare Energien. Deutschland ist erneuerbar, weil ein Ruck durchs Land geht, weil wir AKW abschalten, bereits 17 Prozent Erneuerbare Energien haben und damit international an der Spitze stehen, weil wir in 40 Jahren zu 100 Prozent unseren Strom aus Erneuerbaren Energien beziehen.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Report: Unequal Impact

Menschenrechtsverletzungen bei Frauen und Kindern nach dem Atomunfall im Kraftwerk Fukushima Daiichi. Report in englischer Sprache.

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