Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Walschutz auf Umwegen

Australien hat eine neue Iniative im Kampf gegen den Walfang beschlossen. Insgesamt sechs Walarten sollen unter den Schutz der UN-Konvention über wandernde Arten (CMS) gestellt werden, darunter auch der heftig bejagte Minkewal. Die CMS befasst sich überwiegend mit dem Schutz von Zugvögeln, ist aber letztlich für alle wandernden Tierarten zuständig. Norwegen, traditionelle Walfang-Nation und ebenfalls Mitglied der UN-Konvention, hat bereits Widerspruch angekündigt.

Dreimal hat Canberra in den vergangenen Jahren vergeblich versucht, die Internationale Walfang-Kommission (IWC) für ein Walschutzgebiet im Südpazifik zu gewinnen. Über die CMS könnte es der australischen Regierung nun in Zusammenarbeit mit anderen südpazifischen Staaten gelingen, die Jagd auf Wale wenn nicht ganz, so doch zumindest regional verbieten zu lassen.

Die UN-Konvention umfasst zwei Anhänge. Der erste schreibt für alle dort aufgenommenen Tierarten einen umfassenden globalen Schutz vor. Der zweite sieht zumindest einen regionalen Schutz durch multilaterale Vereinbarungen vor. Ziel der Australier ist es, auch Walarten, deren Gefährdung noch umstritten ist, in den Anhang eins aufnehmen zu lassen: Minkewale, Brydewale und Pottwale. Doch selbst wenn sich unter den 80 Mitgliedsstaaten keine ausreichende Mehrheit für einen umfassenden Schutz fände - über Anhang zwei stünde der Weg zu einem südpazifischen Schutzgebiet dennoch offen.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Schutz den Meeresschutzgebieten in Nord- und Ostsee

Meeresschutz findet in Deutschland nur auf dem Papier statt: In den zehn Offshore-Schutzgebieten in Nord- und Ostsee sind auch acht Jahre nach ihrer Ausweisung keinerlei Schutzmaßnahmen in Kraft.

Mehr zum Thema

Schleichendes Gift

Wenn Verbote zu spät kommen: Große Teile der weltweiten Orca-Bestände stehen vor dem Aussterben. Schuld ist ein Schadstoff, der seit fast 15 Jahren auf der Schwarzen Liste steht.

Zurück – oder in die Zukunft

Die Internationale Walfangkommission steht vor einem Paradigmenwechsel: Will sie weiter nur den kommerziellen Walfang regulieren – oder aktiv zum Schutz der Wale beitragen?

Erweiterung des Schlacht-Felds

Japans Wal-Schlachten, vorgeblich zu wissenschaftlichen Zwecken, geht weiter. Nun erhöht das Land die Fangquote für Minke- und Seiwale sogar – und ignoriert offizielle Beschlüsse.