Jetzt spenden
Gen-Maisfratze, August 2002
Greenpeace / Martin Langer

EFSA befürwortet Wiederzulassung von Gen-Mais MON810

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) will den umstrittenen Gen-Mais MON810 erneut für den kommerziellen Anbau zulassen. Der Mais ist in acht EU-Ländern aus Sicherheitsgründen verboten.

"Die EFSA handelt fahrlässig", warnt Gentechnikexpertin Stephanie Töwe von Greenpeace. "Sie ignoriert die ernsthaften Sicherheitsbedenken aller europäischen Mitgliedsstaaten, die den Gen-Mais zum Anbau verboten haben."

Die Zulassung für MON810 ist 2007 ausgelaufen. Schon im April 2007 beantragte der Konzern Monsanto die Wiederzulassung. Nach EU-Recht darf der Mais weiter angebaut werden, bis eine Entscheidung vorliegt. Die EFSA hat die erneute Zulassung nun befürwortet.

Töwe fordert Ilse Aigner auf, unmissverständlich klarzustellen, dass es von Seiten Deutschlands ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Sicherheit des Gen-Maises gibt. "Frau Aigner muss gegen eine Wiederzulassung auf EU-Ebene stimmen."

Die Ministerin hat den Anbau des Gen-Maises in Deutschland im April 2009 aufgrund von Sicherheitsbedenken verboten. Länder wie Frankreich, Österreich, Luxemburg, Griechenland, Ungarn, Polen und die Schweiz verboten Mon810 bereits in den Jahren zuvor.

Beim Gen-Mais Mon810 handelt es sich um einen Bt-Mais - einen Mais, dem ein Gen des Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis (Bt) eingebaut wurde. Die Pflanze produziert durch die Veränderung permanent ein Insektengift, das tödlich auf den Maiszünsler wirken soll. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen aber, dass sich der Gen-Mais auch negativ auf andere Tiere auswirken kann, beispielsweise Mäuse, Schmetterlinge, Honigbienen, Spinnen, Schlupfwespen und Florfliegen. Das Gleiche gilt für Bodenorganismen wie Regenwürmer.

Seit der Zulassung vor zwölf Jahren belegen zahlreiche Studien diese negativen Auswirkungen auf Flora und Fauna. An dem Gen-Mais selbst wurde seitdem nichts mehr verändert. "Die EFSA kann nicht behaupten, dass es keine Risiken gäbe", sagt Töwe. "Einem Auto ohne Sicherheitsgurt und mit defektem Motor bescheinigt auch niemand, verkehrstüchtig zu sein. Diese Sicherheitsbehörde wird ihrem Namen nicht gerecht."

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/sos-tierwohl

SOS Tierwohl!

SOS Tierwohl! Bundesernährungsminister Alois Rainer (CSU) ist gerade dabei, viele Tierwohl-Fortschritte abzuschaffen. Bitte setz dich gegen diese Billigfleisch-Politik ein und unterzeichne die Petition

Petition unterzeichnen
0%
vom Ziel erreicht
0
haben mitgemacht
0%
Pigs in Factory Farming in Germany

Mehr zum Thema

Ohne Gentechnik-Logo auf abgepacktem Fleisch

Neue Gentechnik: Positionen des Lebensmittelhandels

Geplante EU-Regeln gefährden die gentechnikfreie Landwirtschaft in Europa. Das hätte auch Auswirkungen auf Verbraucher:innen. Greenpeace hat die Positionen des Lebensmittelhandels abgefragt.

mehr erfahren über Neue Gentechnik: Positionen des Lebensmittelhandels
Gemüse und Obst in Deutschland

Erwartungen an die Agrarpolitik

Folgt auf drei verlorene Ampel-Jahre eine Agrarpolitik mit den Konzepten von gestern, bedroht das die Zukunft der Landwirtschaft. Umfrage zeigt: Politik sollte Verbraucher:innen mehr im Blick haben.

mehr erfahren über Erwartungen an die Agrarpolitik
Protest against Emissions from Dairies in Berlin

Für langfristig sichere Ernten

Immer häufiger bedroht Extremwetter bäuerliche Existenzen und unsere Lebensmittelversorgung. Wer klimabedingten Ernteausfällen mit mehr Gülle und Chemie begegnet, trägt nicht zur Lösung der Krise bei.

mehr erfahren über Für langfristig sichere Ernten
Gewinnerin Friederike

Bastelwettbewerb von Greenpeace und GEOLINO

Kühe gehören auf die Weide! Zu diesem Thema haben über 150 Kinder Klappkarten selbst gestaltet und gebastelt. Die Einsendungen sind so großartig, dass es uns total schwer gefallen ist, drei Gewinner:innen auszuwählen. Darum zeigen wir euch hier auch noch ein paar weitere tolle Bastelarbeiten.

mehr erfahren über Bastelwettbewerb von Greenpeace und GEOLINO
Traktor mit Schild auf der Straße: "Ampel-Irrsinn nicht auf dem Rücken der Bauern".

Proteste: Es geht um mehr als Agrardiesel

Trecker rollen durchs Land – nicht nur in Deutschland. Die Politik reagiert auf die Proteste und streicht Umweltschutzauflagen. Interview zu den Demos und einer Umverteilung von Geldern.

mehr erfahren über Proteste: Es geht um mehr als Agrardiesel
Treckerdemo, ein Trecker schert aus - auf der Frontschaufel ein Schild: Wir denken in Generationen für unsere Kinder!

„Es fehlt ein Masterplan für die Landwirtschaft“

Interview mit Landwirt und Agrarblogger Bernhard Barkmann über die Demonstrationen der Bäuer:innen, die Gefahr von rechts und fehlende Zukunftsvisionen für den Sektor.

mehr erfahren über „Es fehlt ein Masterplan für die Landwirtschaft“