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Greenpeace fand Anfang November heraus, dass das Unternehmen Dyneon große Mengen an PFT in der Alz entsorgt. In einer spektakulären Aktion wurde das giftige Abwasser kurzerhand zurück in ein Rückhaltebecken auf dem Werksgelände gepumpt. Die Chemiefirma Dyneon hat inzwischen gestanden, jährlich eine Tonne Perfluoroktansäure (PFOA) in dem Fluss zu leiten. Bislang gibt es dafür kein Verbot.

Um vor den Verzehr der belasteten Fische zu warnen, befinden sich nun die Aktivisten am Flussabschnitt zwischen dem Ort Emmerting und dem Industriepark Gendorf in Oberbayern. PFT steht im Verdacht krebserregend zu sein und das Erbgut zu schädigen. Inzwischen haben sich etliche interessierte, wie besorgte Bürger um die Aktivisten versammelt.

Der menschliche Organismus wird zur Chemiedeponie, sagt Corinna Hölzel, Chemieexpertin bei Greenpeace. In den letzten vier Wochen hat Greenpeace PFT-Rückstände im Trinkwasser, in Pommes Frites und jetzt in Fisch nachgewiesen. Zum Schutz vor gefährlichen Stoffen brauchen wir ein europäisches Chemikaliengesetz, das den Ersatz von Risikochemikalien wie PFT vorschreibt.

Neues EU-Chemikaliengesetz REACH sollte helfen

Anfang November hatten Vertreter des europäischen Parlaments und des Ministerrats einen Kompromiss zur europäischen Chemikalienreform REACH ausgearbeitet. Dieser soll am 12. Dezember vom Europäischen Parlament angenommen werden. Greenpeace fordert den Entwurf zu überarbeiten, da er auch weiterhin die Verwendung gesundheitschädlicher Chemikalien erlaubt, selbst wenn bereits Alternativen existieren.

{image_r}Das bayerische Umweltministerium hatte im August 2006 selbst ein Messprogramm für PFT gestartet, bei dem auch Fisch untersucht werden sollte. Bis heute sind keine Ergebnisse veröffentlicht worden. Auf eine Anfrage von Greenpeace vom 15. November hat das Ministerium bislang nicht reagiert.

Den Schutz von Umwelt und Gesundheit stellt die bayerische Regierung weit hinter die Interessen der Chemieindustrie, sagt Corinna Hölzel, Chemieexpertin bei Greenpeace. Bis heute haben die Behörden keine Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung ergriffen. Greenpeace fordert die Landesregierung auf, umgehend ihre Untersuchungen zu den PFT-Belastungen von Fischen zu veröffentlichen und Einschränkungen für den Verzehr festzulegen.

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