Jetzt spenden
Aktivist fliegt über Böschungsrutsch im Braunkohletagebau Schleenhain, im März 2012
Mike Schmidt / Greenpeace

Paragliding gegen Braunkohle

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Der Erdrutsch im Tagebau Schleenhain bestätigt unsere Befürchtung: Braunkohletagebaue sind lebensgefährlich. Dies gilt auch für das Dorf Lieske in der Lausitz, das von dem geplanten Vattenfall-Tagebau akut bedroht ist, sagt Gerald Neubauer, Energieexperte von Greenpeace. Dass auch das Niederlausitzer Dorf Lieske in einen Tagebau abrutschen könnte, hatte Greenpeace mit einem geologischen Gutachten gezeigt.

Am 29. August hat die Umweltschutzorganisation das Gutachten zum Tagebau Welzow-Süd II der Gemeinsamen Landesplanung Berlin-Brandenburg in Cottbus überreicht. Darin war unter anderem zu lesen, dass eine Flutwelle aus dem höher gelegenen Sedlitzer See das Dorf mit sich reißen und in den Tagebau spülen könnte.

Während Vattenfall die Gefahr eines Erdrutsches bestritt, sind im Altkippengelände des Mibrag-Tagebaus Vereinigtes Schleenhain am selben Tag große Teile der Böschung abgerutscht. Dabei gerieten ein Kohlebagger und ein angeschlossener Bandwagen in Schieflage und wurden schwer beschädigt.

Lieske könnte dieselbe Katastrophe wie in Nachterstedt drohen

Obwohl die geologischen Voraussetzungen in der Schleenhainer Altkippe und in Lieske unterschiedlich sind, ist für Gerald Neubauer eines klar: Das Risiko lebensgefährlicher Rutschungen in Tagebauen ist nicht beherrschbar. Weder Mibrag noch Vattenfall haben die Lage im Griff. Aus diesem Grund könne man nicht sicher sein, dass in Lieske nichts passiert.

Am 18. Juli 2009 starben bei der Katastrophe in Nachterstedt drei Menschen. Damals rutschten mehrere Häuser in einem alten Tagebau binnen Sekunden ab. Dass sich eine solche Katastrophe erneut ereignen könnte, ist für Greenpeace nicht unwahrscheinlich.

Vattenfall macht trotz hohen Risiken weiter

Trotz der Gefahr für das Dorf Lieske plant der Energiekonzern Vattenfall im knapp zwanzig Quadratkilometer großen Tagebau Welzow-Süd II gut 200 Millionen Tonnen Braunkohle zu fördern. Mit der Verbrennung der Kohle, welche zur Stromgewinnung genutzt werden soll, würden über 200 Millionen Tonnen an klimaschädlichem CO2 freigesetzt werden. Das Braunkohleverfahren wird momentan noch vom Brandenburger Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) unterstützt. Doch am 11. September 2012 sollen die Einwände von über 4.000 Bürgern und Organisationen gegen Velzow-Süd II bei einer Anhörung in Cottbus erörtert werden. Danach wird sich zeigen, ob der Braunkohleplan fortgesetzt wird.

Laut Gerald Neubauer sollte dieser Plan schon lange gestoppt werden: Vattenfall befeuert mit seinen Investitionen in die Dinosaurier-Technologie Braunkohle den Klimawandel. Wir fordern Vattenfall und Ministerpräsident Platzeck auf, die Pläne für den Tagebau Weltzow-Süd II dahin zu packen, wo sie hingehören: auf die Abraumhalde.

  • Protest gegen Braunkohle Tagebau mit Paraglider in der Lausitz im September 2012.

    Paraglider in der Lausitz

    Überspringe die Bildergalerie
  • Greenpeace-Paraglider über dem Erdrutsch im Tagebau Schleenhain, März 2012

    Gefahr für Lieske

    Überspringe die Bildergalerie
  • Aktivist fliegt über Böschungsrutsch im Braunkohletagebau Schleenhain, im März 2012

    Lieske retten

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Petition

https://act.greenpeace.de/eu-verbot-fossile-energien

Offener Brief: Neue fossile Energieprojekte in Europa verbieten - jetzt!

Wir alle müssen jetzt den klimatischen und ökologischen Notstand als die existenzielle Krise behandeln, die er ist. Unser Leben hängt davon ab. Deshalb fordern wir die EU-Institutionen dazu auf: Stoppt neue Öl- und Gasprojekte!

Jetzt unterzeichnen
0%
vom Ziel erreicht
0
haben mitgemacht
0%
Datum
Protesters holding yellow banner that says "defend the climate - not fussil fuels"

Mehr zum Thema

Moorburg Coal Power Station Projection in Hamburg
  • 28.05.2024

Die Stromkonzerne wollen das Treibhausgas Kohlendioxid mittels CCS in die Erde verpressen. Die weitgehend unerprobte Technik ist teuer, energieintensiv und riskant.

mehr erfahren
Martin Kaiser auf der Demo in Lützerath
  • 18.01.2023

Das Dorf Lützerath ist nun dem Erdboden gleichgemacht. Wie geht es jetzt weiter mit dem Klimaschutz, der Klimapolitik und der Klimabewegung? Fragen an Greenpeace-Chef Martin Kaiser.

mehr erfahren
35.000 Menschen demonstrieren gegen die Räumung von Lützerath
  • 16.01.2023

Trotz des Protests zehntausender Menschen, trotz tagelanger mutiger Aktionen ist Lützerath nun geräumt. Der Abriss schreitet schnell voran. Doch fürs 1,5 Gradziel darf die Kohle nicht verheizt werden.

mehr erfahren
Auszug aus den NRE-Papieren
  • 22.09.2022

Interne Papiere des NRW-Bauministeriums verstärken den Verdacht auf Zweckentfremdung von Fördermitteln. Laut Greenpeace-Recherche sollen belastete Industrieflächen mit Steuergeldern saniert werden.

mehr erfahren
Mit einer roten Linie zwischen Lützerath und dem Braunkohletagebau Garzweiler  protestieren Greenpeace-Aktivist:innen gegen die Zerstörung des Dorfes durch den Kohlekonzern RWE. Auf  einer Feuerlinie steht "1,5°C LIMIT", auf Bannern ist zu lesen "1,5°C bedeutet: Lützerath bleibt".
  • 20.12.2021

Ganz Deutschland macht Weihnachtsferien. Ganz Deutschland? Nein! Ein kleines Dorf am Rande des Tagesbaus Garzweiler hört nicht auf, der Kohle-Lobby Widerstand zu leisten. Ein Bericht aus Lützerath.

mehr erfahren
  • 10.11.2021

Zum Endspurt der Koalitionsverhandlungen demonstrieren Greenpeace-Aktive mit Katastrophen-Schutt für eine stärkere Rolle der SPD im Klimaschutz

mehr erfahren