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Greenpeace-Aktivistin fordert mit verschmutzem WM-Pokal Merkel zum Kohleausstieg auf
© Paul Wagner / Greenpeace

Petersberger Klimadialoge: Angela Merkel muss Kohleausstieg zügig voranbringen

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Deutschland verfehlt das Klimaziel. Um ganze acht Prozent. Verpflichtet hatte es sich, den Kohlendioxid-Ausstoß um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Doch wenn nicht drastische Maßnahmen beschlossen werden, stößt Deutschland im Jahr 2020 nur 32 Prozent weniger Kohlendioxid aus als 1990, wahrscheinlich sogar noch mehr. Das sind allein im Jahr 2020 mindestens 100 Millionen Tonnen mehr, als Deutschland zustehen. Daher fordern Greenpeace-Aktivisten bei den gestern und heute in Berlin stattfindenden Petersberger Klimadialogen von der Bundesregierung konsequenten Klimaschutz und einen schnellen Kohleausstieg.

„Warme Worte helfen dem Klima nichts, die Atmosphäre reagiert alleine auf die tatsächliche Treibhausgaskonzentration“, sagt Greenpeace-Sprecher Tobias Münchmeyer. Mit einem zwei Meter großen WM-Pokal, der von Kohle verschmutzt auf einem Haufen Briketts liegt, mahnten er und weitere Greenpeace-Aktivisten die an den Klimadialogen teilnehmenden Regierungsvertreter, sich beim Klimaschutz mehr anzustrengen. „Will Deutschland wirklich wieder Weltmeister im Kampf gegen den Klimawandel werden, müssen den mitreißenden Reden auch Taten folgen“, so Münchmeyer.

Kein Pokal für die Klimakanzlerin

Grund für Deutschlands schlechte Klimabilanz ist, dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Energiewende genauso zögert wie bei den nötigen Richtungsentscheidungen im Verkehrssektor und in der Landwirtschaft. „Das ist alles andere als weltmeisterlich“, so Münchmeyer. Greenpeace fordert einen Ausstieg aus der Kohleverstromung bis 2030, eine Abkehr vom Verbrennungsmotor und eine klimafreundlichere Tierhaltung, sonst wird Deutschland keinen Beitrag dazu leisten, die Erderwärmung zu stoppen.

Bei den Petersberger Klimadialogen, Vorbereitungstreffen für die nächste Klimakonferenz im Dezember in im polnischen Katowice  erklärte Angela Merkel heute wieder einmal, wie wichtig es ist, die Erderwärmung aufzuhalten. Ihre Reden und ihr diplomatisches Geschick – vom G7-Gipfel in Heiligendamm über das G7-Treffen in Elmau bis hin zu ihrem Auftritt bei der Klimakonferenz in Paris –  haben ihr den Titel Klimakanzlerin eingebracht. Aber in Deutschland stagniert der Kohlendioxidausstoß seit 10 Jahren fast völlig statt zu sinken.

Klimawandel: schwere Unwetter nehmen zu

Dabei schreitet der Klimawandel stetig voran. In Deutschland steigt die Zahl der schweren Unwetter,  auf tiefliegenden Inseln wie den Marshallinseln nimmt der Meeresspiegelanstieg den Bewohnern ihre Heimat. Das hat Angela Merkel offenbar erkannt; auf der Klimakonferenz 2016  in Paris sagte sie: „ Es geht um die Grundlagen des Lebens der Generationen, die nach uns kommen. Wir wissen, wir müssen heute handeln“. Damit hat sie recht. Deshalb, Frau Merkel, handeln Sie endlich!

  • Greenpeace-Aktivisten enthüllen einen mit Kohle verschmutzen WM-Pokal vor dem Berliner Tor

    Kein Geheimnis

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  • Angela Merkel in der Nähe der Greenpeace-Aktion

    Taten statt Worte

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