Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

CO2-Abscheidung - kommt sie oder kommt sie nicht?

In der Vereinbarung steht wörtlich, dass Vattenfall für das geplante Steinkohlekraftwerk Moorburg eine CO2-Abscheidungsanlage zum frühestmöglichen Zeitpunkt ... nach dem dann vorhandenen Stand der Technik realisieren werde. Diese Vorgehensweise wird in der Vereinbarung als vorbildlich hoher Standard gepriesen.

Tatsächlich sind sich die Experten einig, dass die CO2-Abscheidung nicht vor 2020 zur Verfügung stehen wird. Es steht noch nicht einmal fest, ob diese Technologie überhaupt jemals für Großkraftwerke zu realisieren sein wird.

Das heißt, Kohlekraftwerke wie Moorburg werden genehmigt in dem Wissen, dass sie erstens noch etliche Jahre lang garantiert den Klimawandel anheizen werden. Und dass sie zweitens möglicherweise auch für den Rest ihrer Lebensdauer das Klima zerstören. Also rund 40 Jahre lang.

Die Kosten der CO2-Abscheidung - exorbitant

Die Stadt Hamburg hat mit Vattenfall vereinbart, dass der Konzern die CO2-Abscheidungsanlage nur bauen muss, wenn Bau und Betrieb sich rechnen. Wenn das Unternehmen also feststellt, dass die Anlage ihm zu teuer wird, dann fällt sie weg. Tatsächlich ist längst bekannt, dass die Technologie horrende Kosten verursacht. Die Schätzungen bewegen sich zwischen 170 und 600 Millionen Euro pro Jahr. Wahrscheinliche Folge: siehe oben - 40 Jahre lang.

Sanktionen und Kontrolle

Sollte der Konzern die CO2-Abscheidungsanlage nicht in Betrieb nehmen, obwohl alle Voraussetzungen dafür gegeben sind, muss er zahlen - ein bisschen jedenfalls. Maximal drei Jahre lang 3,5 Millionen Euro jährlich, im Ganzen also 10,5 Millionen Euro. Für ein Unternehmen wie Vattenfall sind das Peanuts. Danach macht es weiter das Klima kaputt ...

Kontrolliert wird das Ganze von einer gemeinsamen Kommission, in der beide Seiten gleichberechtigt vertreten sind. Damit kann Vattenfall jede unbequeme Entscheidung blockieren.

Fazit

Die Veinbarung ist ein Versuch, den Bürgerinnen und Bürgern Sand in die Augen zu streuen. Hier geht es nicht um Klimaschutz.

Andree Böhling, Greenpeace-Energieexperte: Die ganze Vereinbarung zwischen Vattenfall und Ole von Beust stinkt von vorne bis hinten. Letztlich hat Vattenfall den Senat mit haltlosen und billigen Versprechungen beim Klimaschutz über den Tisch gezogen. Schwierig scheint das nicht gewesen zu sein. Klimaschutz ist bei diesem Senat anscheinend nur eine rein symbolische Angelegenheit.

Übersicht Ökostromanbieter

Übersicht Ökostromanbieter

1 | DIN lang

21.49 KB

Herunterladen

Mehr zum Thema

Protest für Lützerath vor dem Wirtschaftsministerium in NRW

Lützerath

  • 04.10.2022

Klimaminister Habeck (Grüne) hat verkündet, dass Lützerath abgebaggert werden soll. Dafür soll der Kohleausstieg auf 2030 vorgezogen werden. Mit 1,5 Grad ist das nicht vereinbar.

mehr erfahren
Auszug aus den NRE-Papieren

Fragwürdige Absprachen zwischen RWE und NRW

  • 22.09.2022

Interne Papiere des NRW-Bauministeriums verstärken den Verdacht auf Zweckentfremdung von Fördermitteln. Laut Greenpeace-Recherche sollen belastete Industrieflächen mit Steuergeldern saniert werden.

mehr erfahren
Red Line Protest - The 1.5°C Limit Runs in front of Lützerath

Lützerath zur Weihnachtszeit

  • 20.12.2021

Ganz Deutschland macht Weihnachtsferien. Ganz Deutschland? Nein! Ein kleines Dorf am Rande des Tagesbaus Garzweiler hört nicht auf, der Kohle-Lobby Widerstand zu leisten. Ein Bericht aus Lützerath.

mehr erfahren

“Scholz, pack das an!”

  • 10.11.2021

Zum Endspurt der Koalitionsverhandlungen demonstrieren Greenpeace-Aktive mit Katastrophen-Schutt für eine stärkere Rolle der SPD im Klimaschutz

mehr erfahren
Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten projizieren auf den 180 Meter hohen Kühlturm des Kraftwerks Datteln 4 „Klimakrise – Made in Germany“.

Nicht verkohlen lassen!

  • 22.08.2021

Das Kohlekraftwerk Datteln 4 geht heute ans Netz. Ein Affront für alle, die die drohende Klimakatastrophe abwenden wollen. Greenpeace Aktivist*innen protestierten vor Ort.

mehr erfahren
CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet

Informelle Treffen

  • 19.08.2021

Greenpeace deckt auf: Während der Arbeit zum Kohleausstiegsgesetz gab es informelle Treffen von Ministerpräsident Armin Laschet und RWE. Für die Kohle-Lobby hat sich das gelohnt.

mehr erfahren