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Am frühen Donnerstagmorgen projizierten Greenpeace-Aktivisten das Ergebnis der Umfrage an die Wände der Hamburger Kunsthalle: Ole, Hamburger wählen: Klimaschutz statt Kohle! Die Kunsthalle liegt unweit des Dienstsitzes des Ersten Bürgermeisters Ole von Beust (CDU).

Die Forschungsgruppe g/d/p hatte im Auftrag von Greenpeace Anfang Februar eine repräsentative Umfrage in der Hamburger Bevölkerung durchgeführt. In telefonischen Interviews befragten die Meinungsforscher 1.002 Hamburgerinnen und Hamburger zu den Themen Kohlekraftwerk Moorburg, Klimaschutzpolitik in Hamburg sowie Zufriedenheit mit dem Stromversorger Vattenfall.

Das Ergebnis: 66 Prozent der Befragten stimmten gegen den Bau des Moorburger Kraftwerks. Sogar 62 Prozent der CDU-Wähler sprachen sich gegen diese Anlage aus. Ole von Beust steht mit seinen Ausbauplänen für die klimaschädliche Kohle allein da. Nicht einmal die Mehrheit der CDU-Wähler will das Kraftwerk, kommentiert Andree Böhling, Klima-Experte von Greenpeace, den Ausgang der Befragung.

Auch die Klimaschutzpolitik des Ersten Bürgermeisters bekam keine guten Noten: Nur sieben Prozent der Hamburger beurteilten sie als vorbildlich, 41 Prozent bezeichneten sie als ausreichend und 32 Prozent als unzureichend. Unter den CDU-Wählern beurteilten 56 Prozent die Klimaschutzpolitik nur mit einem Ausreichend. Dies erstaunt umso mehr, als Ole von Beust Hamburg zum Vorreiter in Sachen Klimaschutz machen will.

{image_r}Mit dem Stromversorger Vattenfall sind 48 Prozent der Befragten nicht zufrieden. Ob sich diese Unzufriedenheit auch in einem Wechsel des Stromanbieters niederschlägt, bleibt abzuwarten. Bundesweit verlor Vattenfall im vergangenen Jahr 250.000 Stromkunden.

Das Kraftwerk Moorburg

Das Steinkohlekraftwerk Moorburg ist mit einer Leistung von 1.600 Megawatt geplant. Mit seiner Inbetriebnahme würde in der Hansestadt der Ausstoß von Kohlendioxid in den kommenden 40 Jahren um 8,5 Millionen Tonnen jährlich erhöht. Dies entspricht einer Steigerung um 70 Prozent. Die Anlage ist ungefähr doppelt so klimaschädlich wie ein modernes Gas- und Dampfturbinenkraftwerk.

Im November 2007 hatte Ole von Beust dem vorzeitigen Baubeginn des 2-Milliarden-Euro-Projektes mit einem Vorbescheid den Weg geebnet. In einer Volkspetition hatten sich Ende 2007 bereits über 10.000 Hamburger Bürgerinnen und Bürger gegen das Vattenfall-Kraftwerk ausgesprochen.

Das Genehmigungsverfahren für Moorburg muss jetzt ausgesetzt werden, damit eine neue Bürgerschaft nicht vor unumkehrbare Fakten gestellt wird, sagt Andree Böhling. Greenpeace fordert einen Bau- und Genehmigungsstopp für das Kohlekraftwerk.

Ende der Gallerie

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