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Die Unesco plant jetzt, dem Weltnaturerbe den derzeitigen Status zu entziehen und den See auf Grund grober Verstöße gegen die Auflagen in die Kategorie gefährdet einzustufen. Doch das Wort Gefahr ist noch ein mildes angesichts der katastrophalen Folgen, die beispielsweise ein Leck in der Pipeline nach sich ziehen würde: Ein einziger großer Unfall würde bedeuten, dass es rund um den See nichts mehr zu schützen gibt, erklärt Baikal-Experte Roman Vazhenkov von Greenpeace Russland.

Dieses Szenario könnte vermieden werden, wenn die Pipeline entlang der eigentlich geplanten Route - 20 Kilometer weiter nördlich - verlaufen würde. Doch das Unternehmen Transneft setzte sich über die Planungen hinweg: der derzeit vorgesehene Verlauf der Pipeline führt durch das erdbebengefährdete Gebiet der Severomuisk Gebirgskette nördlich des Baikalsees. Hier liegt auch eines der Wassereinzugsgebiete des Sees.

Doch nicht nur von der Pipeline gehen Gefahren für die einmalige Umwelt des Baikalsees aus. Entlang des mehr als 2000 Kilometer langen Ufers werden immer mehr Häuser gebaut - und zwar illegal. Die Verschmutzung durch Hausmüll nimmt dadurch drastisch zu.

Die Unesco wird sich Ende Okober vor Ort ein Bild von der zunehmenden Bedrohung machen. Schon seit Jahren sind immer wieder Verstöße gegen die Auflagen der Unesco bekannt geworden. Das Weltnaturerbe-Kommitee muss endlich Taten folgen lassen und den Baikalsee als gefährdet einstufen, fordert Roman Vazhenkov.

Der Baikalsee wurde 1996 auf die Liste der Weltnaturerben gesetzt. Mit über 25 Millionen Jahren ist er der älteste See der Welt und mit einer Tiefe von bis zu 1.749 Metern das größte Süßwasserreservoir der Erde. Zwei Drittel dort lebenden etwa 2.500 Tier- und Pflanzenarten sind endemisch, das heißt sie kommen ausschließlich hier vor. Zum Beispiel lebt hier die einzige Süßwasser-Robbe der Welt, die Nerpa oder Baikalrobbe, der Omul, oder der Golomjanka, ein Fettfisch, der am tiefsten lebende Süßwasserfisch der Erde. (Autorin: Nadine Behrens)

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