Skip to main content
Jetzt spenden
cluster balloon Jaenschwalde
Paul Langrock/Zenit/Greenpeace Restrictions:

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Klimaschützer fordern seit langem, dass CO2-Emissionsrechte nicht mehr verschenkt, sondern versteigert werden. Dahinter steht der Gedanke an das Verursacherprinzip: Wer das Klima zerstört, soll zahlen. Das befürwortet auch der Umweltausschuss im vorliegenden Klimaschutzpaket.

Im Kleingedruckten zum Emissionshandel allerdings verbirgt sich ein saftiges Geschenk an Kohlekraftwerksbetreiber: zehn Milliarden Euro versteckte Subventionen. Kommentar von Karsten Smid, Klimaexperte bei Greenpeace: Der Umweltausschuss ist den Lobbyisten von RWE und Vattenfall auf den Leim gegangen.

Kohlekraftwerke sind die schlimmsten Klimazerstörer und mit Klimaschutzbemühungen nicht zu vereinbaren. Um trotzdem bei der Kohle bleiben zu können, propagiert die Kohlelobby aus Industrie und Politik seit einiger Zeit eine neue Technologie: das angeblich saubere Kraftwerk mit CO2-Abscheidung.

Die verschiedenen Verfahren zur CO2-Abscheidung, die derzeit erforscht oder getestet werden, haben einiges gemeinsam: Sie beseitigen das CO2-Problem nicht sondern verlagern es, sie werden noch lange nicht serienreif sein und sie verschlingen Milliarden Euro.

Eine Pilotanlage zur CO2-Abscheidung hat der Energiekonzern Vattenfall im September 2008 in Betrieb genommen. Andere Stromversorger planen ebenfalls, Testanlagen zu errichten. Sind die Tests so weit gediehen, dass Demonstrationskraftwerke errichtet werden können, so winkt je nach Entscheidung in Brüssel viel Geld - nämlich die zehn Milliarden Euro aus dem Klimaschutzpaket der EU.

Die Subventionen sind für zehn bis zwölf solcher Demonstrationskraftwerke projektiert und sollen in Form von Verschmutzungsrechten zugeteilt werden. Smid: So wird das Verursacherprinzip umgangen und damit wirkungslos. Nur wenn CO2-Produzenten für Klimaschäden auch zahlen müssen, ist wirkungsvoller Klimaschutz möglich.

Smid kritisiert auch die unsägliche Politik der deutschen Vertreter in Brüssel. Es ist immer das Gleiche: Frau Merkels Lippenbekenntnisse zum Klimaschutz stehen in krassem Widerspruch zu ihrer konkreten Politik. Die Deutschen haben in Brüssel zäh für Schlupflöcher gekämpft.

Der Greenpeace-Experte fordert, dass die Verschmutzungsrechte zu 100 Prozent versteigert werden - ohne Schlupflöcher für CO2-Abscheidetechnik oder energieintensive Branchen.

Jetzt mitmachen

Du willst Teil der Energiewende sein?

Menschen stellen die Energiewende dar - von der Atomkraft zur Windkraft 15.04.2011

Dann besuche in unserer Mitmach-Community Greenwire die Energiewende-Themengruppe und tausche dich mit Anderen aus, finde weitere Mitmachangebote und erfahre mehr über unsere Kampagnen.

Hier lang zur Themengruppe-Energiewende

Themengruppe auf

Menschen stellen die Energiewende dar - von der Atomkraft zur Windkraft 15.04.2011

Mehr zum Thema

Berlin, vor dem Brandenburger Tor: Protest mit einer riesigen CO2-Zeitbombe und einem Transparent mit Unterschriften gegen die CO2-Speicherung (CCS).

CCS

  • 26.01.2023

Die Stromkonzerne wollen das Treibhausgas Kohlendioxid mittels CCS in die Erde verpressen. Die weitgehend unerprobte Technik ist teuer, energieintensiv und riskant.

mehr erfahren
Martin Kaiser auf der Demo in Lützerath

Lützerath- wie jetzt weiter

  • 18.01.2023

Das Dorf Lützerath ist nun dem Erdboden gleichgemacht. Wie geht es jetzt weiter mit dem Klimaschutz, der Klimapolitik und der Klimabewegung? Fragen an Greenpeace-Chef Martin Kaiser.

mehr erfahren
35.000 Menschen demonstrieren gegen die Räumung von Lützerath

Lützerath-Räumung

  • 16.01.2023

Trotz des Protests zehntausender Menschen, trotz tagelanger mutiger Aktionen ist Lützerath nun geräumt. Der Abriss schreitet schnell voran. Doch fürs 1,5 Gradziel darf die Kohle nicht verheizt werden.

mehr erfahren
Auszug aus den NRE-Papieren

Fragwürdige Absprachen zwischen RWE und NRW

  • 22.09.2022

Interne Papiere des NRW-Bauministeriums verstärken den Verdacht auf Zweckentfremdung von Fördermitteln. Laut Greenpeace-Recherche sollen belastete Industrieflächen mit Steuergeldern saniert werden.

mehr erfahren
Mit einer roten Linie zwischen Lützerath und dem Braunkohletagebau Garzweiler  protestieren Greenpeace-Aktivist:innen gegen die Zerstörung des Dorfes durch den Kohlekonzern RWE. Auf  einer Feuerlinie steht "1,5°C LIMIT", auf Bannern ist zu lesen "1,5°C bedeutet: Lützerath bleibt".

Lützerath zur Weihnachtszeit

  • 20.12.2021

Ganz Deutschland macht Weihnachtsferien. Ganz Deutschland? Nein! Ein kleines Dorf am Rande des Tagesbaus Garzweiler hört nicht auf, der Kohle-Lobby Widerstand zu leisten. Ein Bericht aus Lützerath.

mehr erfahren

“Scholz, pack das an!”

  • 10.11.2021

Zum Endspurt der Koalitionsverhandlungen demonstrieren Greenpeace-Aktive mit Katastrophen-Schutt für eine stärkere Rolle der SPD im Klimaschutz

mehr erfahren