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Windrad-Attrappe mit Knoten im Pfeiler
Paul Langrock / Greenpeace

EEG-Novelle bremst den Zubau Erneuerbarer Energien aus

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Wenn Deutschland den Klimavertrag von Paris erfüllen will, muss die Bundesregierung beim Ausbau Erneuerbarer Energien mächtig Gas geben. Stattdessen bremst sie mit der EEG-Reform.

Es soll ein festlicher Rahmen werden, wenn am heutigen Montag die Umweltminister der EU-Staaten das Klimaschutzabkommen von Paris ratifizieren. Der Vertrag bekräftigt das Ziel, die globale Erwärmung deutlich unter zwei Grad Celsius zu halten; zudem soll er eine zusätzliche Mahnung für die Länder sein, die weltweite Temperaturerhöhung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen. Das Vertragswerk schwört die internationale Staatengemeinschaft darauf ein, von fossilen Energieträgern wie Kohle, Gas oder Erdöl in den nächsten Jahrzehnten loszukommen – ein Weg, den auch Deutschland als Unterzeichner beschreiten muss. Doch statt nachdrücklich in den Ausbau umweltfreundlicher Energieträger zu investieren, bremst die Bundesregierung mit der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) die Energiewende aus.

Das ist vor allem auch deshalb problematisch, weil zukünftig nicht nur der bereits vorhandene Strombedarf mit Erneuerbaren gedeckt werden muss. Zusätzlicher Strom muss mit sauberen Energieträgern auch für weitere Lebensbereiche produziert werden. So wird bei der Wärmebereitstellung durch die Nutzung von umweltfreundlichen Wärmepumpen zwar das Klima geschont, dennoch brauchen die Pumpen zusätzlichen Strom. Im Verkehrsbereich werden Privatautos an Bedeutung verlieren, trotzdem wird durch die Elektromobilität – sei es für E-Bikes, E-Busse oder klassische Elektroautos – ein erhöhter Strombedarf entstehen.

Diese sogenannte „Sektorkopplung“ macht deutlich, dass es für das Erreichen der Klimaschutzziele unerlässlich ist, die Stromproduktion schnellstmöglich auf 100 Prozent Erneuerbare um zustellen – und zwar spätestens bis 2040.

 

Steigenden Energiebedarf durch Erneuerbare decken

Professor Volker Quaschning von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin hat in der Studie „Sektorkopplung durch die Energiewende“ die Wechselwirkungen zwischen den Sektoren untersucht. Zudem befasste er sich mit dem gesamten Strombedarf, dessen Produktion und der Auswirkungen auf die vereinbarten Klimaschutzziele. Das Ergebnis ist glasklar: Die geplante Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetztes bringt uns beim Erreichen der Pariser Klimaschutzziele nicht voran. Der Ausbau der Erneuerbaren müsste deutlich beschleunigt werden.

So müssen an Land dreimal mehr Windkraftanlagen zugebaut werden als geplant; die Photovoltaik muss aus ihrem künstlich erzeugten Koma erwachen und um ein Vielfaches zulegen. Gleichzeitig braucht es dringende Fortschritte, um die Wärme- und Stromversorgung effizienter zu machen – Stagnation treibt den Strombedarf weiter in die Höhe. Denn selbst mit ambitionierten Effizienzmaßnahmen steigt der gesamte Strombedarf bis zum Jahr 2040 auf 1320 Terrawattstunden im Jahr. Zum Vergleich: Derzeit liegt er bei rund 600 Terrawattstunden pro Jahr.

Zubau in der Energieversorgung ist also nötig – und der muss ausschließlich mit Erneuerbaren Energien gelingen. Mit der aktuellen EEG-Reform ist die Bundesregierung von diesen Klimaschutz-Notwendigkeiten aber meilenweit entfernt. Und solange die Regierung hier auf der Bremse steht, wird man beim Klimaschutzziel auch nicht ankommen.

sektorkopplungsstudie.pdf

sektorkopplungsstudie.pdf

Sektorkopplung durch die Energiewende

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