Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Wer ein Klimapaket schnüre, müsse selbstverständlich durchrechnen, ob die gesetzten Ziele damit tatsächlich erreicht würden, so Smid. Die Maßnahmen seien durchweg sinnvoll, ihnen fehle aber teilweise der Biss.

Das Eckpunktepapier, das ab Donnerstag auf der Kabinettsklausur in Meseberg diskutiert wird, enthält 30 Maßnahmen zum Klimaschutz. Ecofys hat alle auf ihr Einsparpotenzial hin untersucht. Fazit: Selbst mit einer vollständigen und zügigen Umsetzung der 30 Maßnahmen wären nur etwa zwei Drittel der erforderlichen Treibhausgaseinsparung zu erzielen.

Wenn sich Frau Merkel Ziele zum Schutz des Klimas setzt, muss sie diese auch erreichen wollen, sonst setzt sie ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel. Das Eckpunktepapier ist ein Anfang, reicht aber nicht aus, kommentiert Smid. Und fügt an die Adresse einiger Industriebranchen hinzu: Wer jetzt auch noch versucht, diese Maßnahmen zu drosseln, hat nicht begriffen, wie ernst die Lage ist und welche großen Schritte wirklich nötig sind. Das Klima verträgt keine weiteren Kompromisse.

Ecofys hat unter der Leitung von Dr. Jochen Harnisch berechnet, dass die im Eckpunktepapier genannten Maßnahmen bis zum Jahr 2020 zu einer CO2-Verringerung von insgesamt 180 Millionen Tonnen führen können. Weitere Maßnahmen können bis zu 35 Millionen Tonnen einsparen, ihre Erreichung ist aber eher als unsicher anzusehen.

Die beiden wirkungsvollsten Maßnahmen im Papier sind der Ausbau der Erneuerbaren Energien und die Energieeinsparverordnung, die schärfere Vorgaben für Gebäude und den Ersatz der stromfressenden Nachtspeicherheizungen vorsieht. Auch saubere Kraftwerkstechnologien können einen erheblichen Beitrag leisten, wenn Gas statt Kohle eingesetzt wird.

Unsere Analyse zeigt eine Deckungslücke von 80 Millionen Tonnen CO2. Wir empfehlen, den Eckpunkteplan durch Klimaschutzmaßnahmen in einer zweiten Phase zu ergänzen, so Dr. Harnisch von Ecofys.

Schon vor zehn Jahren hat Angela Merkel drastische CO2-Verringerungen versprochen - als Bundesumweltministerin unter der Regierung Kohl. Deutschland hat sich ein CO2-Reduktionsziel von 25 Prozent bis zum Jahr 2005 gesetzt, bezogen auf das Niveau von 1990. Dieses Ziel ist allgemein anerkannt und wird von den gesellschaftlichen Gruppen akzeptiert, sagte Merkel damals wörtlich. Das Ziel wurde bis heute nicht erreicht.

Frau Merkel sollte aus ihren Fehlern als Umweltministerin gelernt haben: Ankündigungen allein reichen nicht aus, sagt Karsten Smid. Wenn in Meseberg nicht die Weichen gestellt werden, dann wiederholt sich die Geschichte. Ein zweites Versagen in der deutschen Klimapolitik können und dürfen wir uns aber nicht erlauben.

Mehr zum Thema

Heavy Rain Disaster in Southwest Germany

Ein Jahr nach der Flutkatastrophe

  • 15.07.2022

Im Juli 2021 erlebte das Ahrtal eine beispiellose Flut, die viele Todesopfer forderte. Rainer Doemen hat die Katastrophe erlebt und setzt sich für einen nachhaltigen Wiederaufbau der Region ein.

mehr erfahren
Licht fällt aus einem Dachfenster

Wärmewende

  • 23.02.2022

Auch Gebäudewärme muss schnell klimaneutral erzeugt werden, wollen wir die Klimaziele schaffen und unabhängig vom Import fossiler Energien werden. Eine Wärmewende muss her, und Greenpeace sagt, wie.

mehr erfahren
Climate Protection Action in Front of the ECB in Frankfurt

EZB kann Inflation senken und Klimaschutz fördern

  • 03.02.2022

Die Europäische Zentralbank soll die Preisstabilität in Europa sichern. Wie kann sie in Zeiten steigender Inflation Klimaschutz fördern? Interview mit Greenpeace-Finanzexperte Mauricio Vargas.

mehr erfahren
Staff Portrait of Mauricio Vargas

Grüne Inflation ist ein Mythos

  • 20.01.2022

Warum fossile und nicht erneuerbare Energien die aktuelle Inflation antreiben und wie die Energiewende für stabile Preise sorgen kann – ein Interview mit Volkswirt Mauricio Vargas von Greenpeace.

mehr erfahren
Sun Flower and Wind Energy in Germany

Ökostromanbieter

  • 01.01.2022

Wie finde ich den richtigen Stromanbieter? Diese Frage stellen sich viele. Denn Stromgewinnung aus fossiler Energie schädigt Klima und die Umwelt.

mehr erfahren
Arbeiter installieren Photovoltaikanlage auf Dach vor Reichstag in Berlin

Viel hilft viel

  • 21.10.2021

Die älteste Leier der deutschen Klimapolitik? „Man darf die Wirtschaft nicht überfordern.“ Nun zeigt eine Greenpeace-Studie: Mehr Klimaschutz schafft Jobs und Wachstum.

mehr erfahren