Jetzt spenden
Andasol Solar Anlage in Südspanien, Mai 2009
Markel Redondo / Greenpeace

Jobmotor Wüstenstrom

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Die Studie wurde vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie erstellt. Die Autoren gehen davon aus, dass die Unternehmen mit einer Wertschöpfung von ein bis zwei Billionen Euro profitieren könnten, wenn von 2010 bis 2050 weltweit solarthermische Kraftwerke gebaut würden. Für den Bau der Kraftwerke würden allein im Jahr 2050 etwa 240.000 Arbeitskräfte benötigt.

Deutsche Großunternehmen kündigten bereits an, die Umsetzung des Desertec-Konzepts zu prüfen. Am 13. Juli hat die Münchener Rück zu einem Gründungstreffen der Initiative geladen. Greenpeace und der Club of Rome fordern die Bundesregierung auf, die Wettbewerbschancen für Erneuerbare Energien zu verbessern und das Thema Wüstenstrom auf die Agenda des G8-Gipfels zu setzen.

Erneuerbare Energien sind ökologisch wie ökonomisch von herausragender Bedeutung. Die Pläne für Wüstenstrom zeigen, dass die Zeit für Atomkraft und Kohle bald vorbei ist. Solarthermische Kraftwerke können nach Windkraft und Photovoltaik zum dritten deutschen Exportschlager im Bereich der Öko-Energien werden, erklärt Andree Böhling, Energieexperte von Greenpeace. Die Klimaveränderung erzwingt einen weltweit noch schnelleren Umstieg auf Erneuerbare Energien.

Solarkraftwerke in Wüsten sollen den dezentralen Ausbau von Wind und Sonne ergänzen. Eine dezentrale Energiewirtschaft findet im Vergleich zu Großkraftwerken vor Ort statt. Die Energie wird lokal produziert und verbraucht. Mit dem gesamten Mix aus Erneuerbaren Energien kann weltweit der Ausstieg aus Atom- und Kohlekraft beschleunigt werden.

Laut Studie können deutsche Generalunternehmer, verantwortlich für die Konzeption, Planung und den Bau der solarthermischen Kraftwerke, ihre starke Marktstellung weiter ausbauen. Das gilt ebenso für Firmen, die Receiver, Spiegel oder Turbinen zuliefern. Die Zahl der Beschäftigten jener deutschen Unternehmen könnte gemessen an der weltweiten Beschäftigung einen Anteil von über 40 Prozent betragen. Weltweit sind im Jahr 2050 bis zu 582.000 Arbeitsplätze möglich. Die Untersuchung bezieht sich auf die durch den Bau der Kraftwerke geschaffene Wertschöpfung bzw. Arbeitsplätze. Die Zahl der Beschäftigten, die zusätzlich durch den Betrieb der Anlagen entstehen könnte, liegt weltweit etwa dreimal höher. Für den Bau und den Betrieb werden im Jahr 2050 weltweit etwa zwei Millionen Arbeitsplätze nötig sein. Das ergibt eine bereits vor einigen Wochen veröffentlichte Studie von Greenpeace.

Deutschland kann von Solarkraftwerken in Wüsten einen doppelten Nutzen erzielen: Bereits heute als Exporteur grüner Technologie und in absehbarer Zeit als Importeur sauberen Wüstenstroms. Mittelständische Unternehmen und Konzerne erhalten eine hervorragende Perspektive, erklärt Max Schön, Präsident des Club of Rome und Aufsichtsratsmitglied der DESERTEC Foundation. Zukünftig kann Deutschland sogar mit allen Erneuerbaren Energien über eine Million Arbeitsplätze schaffen. Damit könnte eine mit der Automobilindustrie vergleichbare Leitindustrie entstehen. Das DESERTEC-Konzept sieht für Nordafrika und den Nahen Osten vor, zunächst den eigenen Energiebedarf klimafreundlich zu decken. Darüber hinaus können die Regionen Strom in den Norden exportieren.

Greenpeace und der Club of Rome Deutschland fordern gemeinschaftliche Konzepte für den Bau von Solarkraftwerken. Deutschland und Europa sollten Hand in Hand mit den Staaten Nordafrikas und des Nahen Ostens einen Fahrplan für den Bau von Wüstenkraftwerken und des erforderlichen Stromverbundnetzes erarbeiten.

  • Flächen für Wüstenstrom aus FS Wüstenstrom - von der Vision zur Wirklichkeit

    Mögliche Flächengrößen für Stromversorgung

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie
Studie: Sauberer Strom aus den Wüsten - Globaler Ausblick auf die Entwicklung

Studie: Sauberer Strom aus den Wüsten - Globaler Ausblick auf die Entwicklung

Anzahl Seiten: 86

Dateigröße: 6 MB

Herunterladen

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/warmewende-jetzt

Wärmewende jetzt!

Die Bundesregierung will die Wärmewende ausbremsen - doch das wäre fatal und würde neue Unsicherheiten schaffen. Wir fordern: keine Abschwächung des Gesetzes, faire Förderung und Schutz für Mieter:innen!

Petition unterzeichnen
0%
vom Ziel erreicht
0
haben mitgemacht
0%
Thermography of Wasted Heat in Germany

Mehr zum Thema

Photovoltaikanlage auf dem Kanzleramtdach, April 2004

Solarenergie

Solarenergie ist der Hit unter den Erneuerbaren, da sie quasi ohne zusätzlichen Flächenverbrauch etwa auf Dächern installiert werden können. Neben Wind ist Sonne die wichtigste erneuerbare Energie.

mehr erfahren über Solarenergie
Anlage für grünen Wasserstoff

Grüner Wasserstoff: nicht zum Heizen

Wasserstoff aus erneuerbarer Energie ist kein Allheilmittel in der Klimakrise – sondern eine knappe Ressource, die gezielt eingesetzt werden muss. Beim Heizen ist er nicht sinnvoll, so eine Studie.

mehr erfahren über Grüner Wasserstoff: nicht zum Heizen
Ein Schaufelradbagger steht in einer Tagebaugrube.

Wer zahlt für die Rekultivierung?

Die Leag trennt Gewinne von Braunkohle-Altlasten – ein Milliardenrisiko für Steuerzahlende, bestätigt eine Analyse von Greenpeace. Umweltverbände klagen darum gegen die Umstrukturierung des Konzerns.

mehr erfahren über Wer zahlt für die Rekultivierung?
Mira Jäger schaut aus dem Fenster, links im Bild eine Wärmepumpe

Ratgeber Wärmepumpe

Wärmepumpen sind die umweltfreundlichen Heizungen der Zukunft: Sie funktionieren ohne Öl oder Gas, und bei der Nutzung entsteht kein CO2. Ein Erfahrungsbericht.

mehr erfahren über Ratgeber Wärmepumpe
Windpark bei Altentreptow in Mecklenburg-Vorpommern

Windkraft

Windkraft – zweitliebste Energieform in Deutschland. Sie spielt beim grundlegenden Umbau der deutschen Energieversorgung sowohl an Land als auch auf dem Meer eine herausragende Rolle.

mehr erfahren über Windkraft
Licht fällt aus einem Dachfenster

Wärmewende

Auch Gebäudewärme muss schnell klimaneutral erzeugt werden, wollen wir die Klimaziele schaffen und unabhängig vom Import fossiler Energien werden. Eine Wärmewende muss her, und Greenpeace sagt, wie.

mehr erfahren über Wärmewende