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Solarthermische Anlage in Berlin, April 2004
Paul Langrock / Zenit / Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Die Europäische Union will bis 2020 ein Fünftel ihres Energieverbrauchs aus Erneuerbaren Energien speisen. Ein Plan, der schleppend anläuft: Bereits 2010 haben sowohl die EU als auch die meisten Mitgliedsstaaten ihre Zwischenziele verfehlt.

EU-Energiekommissar Oettinger erinnerte auf der heutigen Pressekonferenz die Mitgliedsländer an ihre Verpflichtungen aus den nationalen Aktionsplänen und forderte eine bessere Koordination untereinander. Wir müssen viel mehr in die Erneuerbaren Energien investieren, lautete die Ansage. Er schlägt vor, die Aufwendungen für den Ausbau von Ökoenergie auf 70 Milliarden Euro zu verdoppeln.

Angleichungsfrage vom Tisch?

Europa brauche intelligente, kosteneffektive Finanzierungsformen, so Oettinger heute in Brüssel. Ein neues Fördersystem werde es allerdings nicht geben: Die Pläne einer EU-weiten Förderung für Erneuerbare Energien sind vom Tisch; die nationalen Fördertöpfe der EU-Mitgliedsstaaten sollen nicht vollständig angeglichen werden.

Für Sven Teske, Energieexperte bei Greenpeace International, ein Schritt in die richtige Richtung: Die komplette Angleichung der nationalen Fördersysteme für beispielsweise Solarenergie hätte möglicherweise eine Verwässerung zur Folge gehabt. Ob sich das beste System durchgesetzt hätte, halte ich für fraglich. Aktuell gilt das deutsche Fördermodell im europäischen Vergleich als vorbildlich und bleibt mit der heutigen Entscheidung bestehen.

Greenpeace-Report: 99 Prozent Erneuerbare bis 2050

Energie-Kommissar Oettinger zeigte sich heute zuversichtlich, bis 2020 sein 20-Prozent-Ziel zu erreichen. Das ist vielen zu wenig: Im Januar 2011 haben 200 Akteure aus Wirtschaft und Politik gefordert, die EU solle mit gutem Beispiel vorangehen und sich auf 100 Prozent Erneuerbare Energien bis zum Jahr 2050 festlegen. Liste der Unterzeichner

Dass dies technisch und wirtschaftlich möglich ist, untermauert der neue Greenpeace-Report Battle of the Grids (Die Schlacht ums Stromnetz). Ohne die Windenergie würde Europa seine CO2-Redukionsziele bis 2020 sicher nicht erreichen - dabei sind über 30 Prozent bis dahin durchaus machbar, sagt Sven Teske. Die Greenpeace-Studie zeigt, dass mit dem Umbau der Stromnetze fast 100 Prozent Erneuerbare für Europa schon im Jahr 2050 möglich sind! Voraussetzung dafür ist ein politischer Systemwechsel: Klimaschädliche Technologien wie Kohle- und Atomkraft müssen aus dem europäischen Markt verbannt und Platz für saubere Energien wie Wind, Solar oder Wasser geschaffen werden.

Battle of the Grids Climate Change (Report 2011)

Battle of the Grids Climate Change (Report 2011)

32 | DIN A4

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