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Greenpeace-Aktivisten protestieren gegen die Beteiligung des Stromkonzerns RWE am Bau eines bulgarischen Atomkraftwerkes, November 2008
Ulrich Baatz / Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Die Ergebnisse der Umfrage sind eindeutig: 85 Prozent aller Befragten stufen die Strompreise großer Anbieter als zu hoch ein und 69 Prozent halten deren Investitionen in Erneuerbare Energien für nicht ausreichend.

Für Andree Böhling, Energieexperte von Greenpeace, ist das Umfrageergebnis eine logische Konsequenz verantwortungsloser Energie- und Preispolitik der Stromkonzerne: Die Deutschen haben es satt, überzogene Strompreise für dreckigen Strom aus Atom- und Kohlekraftwerken zu zahlen. RWE, E.ON & Co. werden ihrer gesellschaftlichen Verantwortung in keiner Weise gerecht. Die Bundesbürger wollen mehr Investitionen in Erneuerbare Energien, faire Preise und keine waghalsigen Atomkraftprojekte.

Dass Atomkraft für die Bundesbürger keine Alternative zum Ausbau der Erneuerbaren Energien darstellt, beweist auch ein weiteres Umfrageergebnis, in dem sich 77 Prozent der Befragten klar gegen eine Beteiligung großer Stromkonzerne an osteuropäischen Atomkraftwerken aussprechen.

Unbeirrt und fahrlässig führen die Konzerne ihren Kurs jedoch fort: Aktuell plant RWE ein neues Kraftwerk im bulgarischen Erdbebengebiet in Belene. Die Beharrlichkeit hat System: Wie eine Greenpeace-Studie zeigt, wollen die Energieversorger künftig vor allem in den Bereichen Kohle- und Atomstrom wachsen. Erneuerbare Energieformen bleiben dabei auf der Strecke: Im Jahr 2007 hatte RWE nur 0,8 Prozent seiner Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien - ohne alte und längst abgeschriebene Wasserkraftanlagen - gedeckt. Auch zwischen 2008 bis 2012 plant RWE nicht mehr als 15 Prozent seiner Gesamtinvestitionen in Erneuerbare Energien zu lenken.

Für Andree Böhling sind die Umfragewerte daher eine Abrechnung mit fehlgeschlagenen PR-Kampagnen der Energiekonzerne. Er fordert Politiker zum Handeln auf: Die Politik muss endlich gegen die Vormacht der vier Konzerne einschreiten. Sie muss die Ziele beim Klimaschutz und Wettbewerb auf den Energiemärkten durchsetzen. Dafür muss eine unabhängige Netz-AG gegründet und das Erzeugungsmonopol der beiden Mächtigsten RWE und E.ON begrenzt werden.

Greenpeace entlarvte schon Ende 2008 eine Vattenfall-Werbekampagne unter dem irreführenden Titel Klimaunterschrift als reine PR-Kampagne und stellte als Antwort die Internetseite www.klimaunterschrift-vattenfall.de ins Netz.

(Autor: Benjamin Borgerding)

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