Skip to main content
Jetzt spenden
Braunkohlekraftwerk Neurath

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Die Zuteilung der Verschmutzungsrechte richtet sich nach dem jährlichen CO2-Ausstoß. Da dieser CO2-Ausstoß gesenkt werden soll, werden weniger Zertifikate ausgegeben als CO2 erzeugt wird. Das heißt, wer mehr Kohlendioxid in die Atmosphäre bläst als zugestanden, muss Zertifikate hinzukaufen. Wer weniger ausstößt, kann womöglich sogar Zertifikate verkaufen und auf diese Weise seine Einnahmen erhöhen.

Wie viel CO2 ein Kohle- oder Gaskraftwerk im Jahr erzeugt, hängt unter anderem von der Auslastung ab. An dieser Stelle kommt Trick 17 ins Spiel. Das geht so: Man setzt die Jahresauslastung bei Braunkohleanlagen einfach um zehn Prozent höher an als bei vergleichbaren Kraftwerken und erhöht so - auf dem Papier - den CO2-Ausstoß. Danach teilt man ganz regulär die Zertifikate zu und gibt eine Pressemeldung heraus: Keine Sonderregeln für die Braunkohle!

Dazu Andree Böhling, Energieexperte bei Greenpeace: Die Bundesregierung hat heute die Chance auf einen großen Schritt beim Klimaschutz vertan. Die beschlossenen Privilegien für neue Kohlekraftwerke führen den Klimaschutz in Deutschland ad absurdum. Das sinnvolle Instrument des Emissionshandels wird so zur Förderung der klimaschädlichsten Form der Stromerzeugung missbraucht.

Wenn Bundesumweltminister Gabriel den Neubau von Kohlekraftwerken als gelebten Klimaschutz verkaufe, sei dies nichts anderes als Volksverdummung, sagt Böhling. Stromerzeugung mit Kohle verursacht zwei- bis dreimal mehr Kohlendioxid als vergleichbare Gaskraftwerke - und das über eine Laufzeit von rund 40 Jahren. Ein Widerspruch zu allen langfristigen Klimaschutzzielen. Die Bundesregierung hat sich heute erneut dem Druck kurzsichtiger Lobbyinteressen gebeugt.

Nationales Energiekonzept bis 2020

Nationales Energiekonzept bis 2020

199 | DIN A4

879.21 KB

Herunterladen

Mehr zum Thema

Heavy Rain Disaster in Southwest Germany

Ein Jahr nach der Flutkatastrophe

  • 15.07.2022

Im Juli 2021 erlebte das Ahrtal eine beispiellose Flut, die viele Todesopfer forderte. Rainer Doemen hat die Katastrophe erlebt und setzt sich für einen nachhaltigen Wiederaufbau der Region ein.

mehr erfahren
Licht fällt aus einem Dachfenster

Wärmewende

  • 23.02.2022

Auch Gebäudewärme muss schnell klimaneutral erzeugt werden, wollen wir die Klimaziele schaffen und unabhängig vom Import fossiler Energien werden. Eine Wärmewende muss her, und Greenpeace sagt, wie.

mehr erfahren
Climate Protection Action in Front of the ECB in Frankfurt

EZB kann Inflation senken und Klimaschutz fördern

  • 03.02.2022

Die Europäische Zentralbank soll die Preisstabilität in Europa sichern. Wie kann sie in Zeiten steigender Inflation Klimaschutz fördern? Interview mit Greenpeace-Finanzexperte Mauricio Vargas.

mehr erfahren
Staff Portrait of Mauricio Vargas

Grüne Inflation ist ein Mythos

  • 20.01.2022

Warum fossile und nicht erneuerbare Energien die aktuelle Inflation antreiben und wie die Energiewende für stabile Preise sorgen kann – ein Interview mit Volkswirt Mauricio Vargas von Greenpeace.

mehr erfahren
Sun Flower and Wind Energy in Germany

Ökostromanbieter

  • 01.01.2022

Wie finde ich den richtigen Stromanbieter? Diese Frage stellen sich viele. Denn Stromgewinnung aus fossiler Energie schädigt Klima und die Umwelt.

mehr erfahren
Arbeiter installieren Photovoltaikanlage auf Dach vor Reichstag in Berlin

Viel hilft viel

  • 21.10.2021

Die älteste Leier der deutschen Klimapolitik? „Man darf die Wirtschaft nicht überfordern.“ Nun zeigt eine Greenpeace-Studie: Mehr Klimaschutz schafft Jobs und Wachstum.

mehr erfahren