Skip to main content
Jetzt spenden
Hochspannungsleitung und Strommast vor dem Atomkraftwerk ( AKW ) Isar 1 der Bayernwerke.
Christian Lehsten / argum / Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Noch vor der Bundestagswahl hatte Gabriel angekündigt, weniger Rabatte für die Großindustrie zu gewähren. Zwar könnte die Anzahl der privilegierten Unternehmen sinken, aber erste Berechnung lassen befürchten, dass die Gesamtsumme an Subventionen steigen wird. Denn Gabriels Entwurf sieht weiterhin große Ausnahmen vor.

„Minister Gabriel lässt ein Füllhorn der Subventionen in den Schoß der Industrie prasseln. Statt weniger Industrieausnahmen von der EEG-Umlage zu gewähren, drohen nun sogar mehr. Zahlen müssen diese Vergünstigungen die privaten Stromkunden", kritisiert Tobias Austrup, Energieexperte von Greenpeace.

Ursprünglich war die Befreiung von der EEG-Umlage für Betriebe gedacht, die besonders energieintensiv und handelsintensiv sind, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Allerdings wurden die Kritierien für die Befreiungen in den letzten Jahren massiv verwässert, so dass sich immer mehr Unternehmen, die nicht auf diese Rabatte angewiesen sind, aus der Finanzierung der Energiewende verabschiedet haben.

Rechtsgutachten stellt Gabriels Machwerk infrage

In einem neuen Rechtsgutachten zweifelt Greenpeace an, ob die Industrierabatte überhaupt rechtmäßig sind. Nach EU-Recht müssten den von Industrielobbyisten herausgeschlagenen Ausnahmen positive Umweltschutzeffekte wie etwa verbindliche Effizienzauflagen gegenüberstehen. Dies aber ist bislang völlig offen.

Gabriels EEG-Vorstoß kollidiert auch mit dem Grundgesetz. Während selbst verbrauchter Strom aus Erneuerbaren Energien zukünftig mit der EEG-Umlage belastet werden soll, gilt das für Kohle- und Atomkraftwerke nicht. Eine Ungleichbehandlung, die dem Grundgesetz widerspricht.

"Sigmar Gabriels Reform ist nicht nur unsozial, undemokratisch und unökologisch, sie ist auch ein handwerkliches Flickwerk. Gabriel muss aufhören, die Treiber der Energiewende zu bestrafen und die Bremser zu subventionieren“, erklärt Austrup.

Kurzgutachten zum EEG Referentenentwurf

Kurzgutachten zum EEG Referentenentwurf

24 | DIN A4

436.78 KB

Herunterladen

Mehr zum Thema

Anti-Atom-Protest bei der CSU in München

Energiewende in Bayern

  • 05.04.2023

Die Energiewende könnte Bayern günstigen und klimafreundlichen Strom bringen und den Wirtschaftsstandort sichern. Doch seit Jahren arbeitet die Staatsregierung gegen den Ausbau der Windkraft.

mehr erfahren
Windpark bei Altentreptow in Mecklenburg-Vorpommern

Windkraft

  • 04.04.2023

Windkraft – zweitliebste Energieform in Deutschland. Sie spielt beim grundlegenden Umbau der deutschen Energieversorgung sowohl an Land als auch auf dem Meer eine herausragende Rolle.

mehr erfahren
Licht fällt aus einem Dachfenster

Wärmewende

  • 23.02.2023

Auch Gebäudewärme muss schnell klimaneutral erzeugt werden, wollen wir die Klimaziele schaffen und unabhängig vom Import fossiler Energien werden. Eine Wärmewende muss her, und Greenpeace sagt, wie.

mehr erfahren
Sonnenblume und Windmühle in der Nähe von Wismar in Brandenburg.

Ökostromanbieter

  • 16.12.2022

Wie finde ich den richtigen Stromanbieter? Diese Frage stellen sich viele. Denn Stromgewinnung aus fossiler Energie schädigt das Klima und die Umwelt.

mehr erfahren
Heavy Rain Disaster in Southwest Germany

Ein Jahr nach der Flutkatastrophe

  • 15.07.2022

Im Juli 2021 erlebte das Ahrtal eine beispiellose Flut, die viele Todesopfer forderte. Rainer Doemen hat die Katastrophe erlebt und setzt sich für einen nachhaltigen Wiederaufbau der Region ein.

mehr erfahren
Arbeiter installieren Photovoltaikanlage auf Dach vor Reichstag in Berlin

Viel hilft viel

  • 21.10.2021

Die älteste Leier der deutschen Klimapolitik? „Man darf die Wirtschaft nicht überfordern.“ Nun zeigt eine Greenpeace-Studie: Mehr Klimaschutz schafft Jobs und Wachstum.

mehr erfahren