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Grafik Strommix 2009
Greenpeace/IÖW 2011

Zu 0,5 Prozent nachhaltig

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

RWE, E.ON, Vattenfall und EnBW produzieren mit 68 Prozent einen Löwenanteil des hierzulande erzeugten Stroms. Doch anstatt mit dieser marktbeherrschenden Stellung das Zeitalter der Erneuerbaren einzuläuten, setzen sie auf Greenwashing und überlassen die nachhaltige Energieversorgung anderen.

Der Strom aus Wind und Sonne kommt zu 96 Prozent von Regionalversorgern, Stadtwerken, Bürgerwindparks und Privathaushalten. Laut aktueller Planung der Energieriesen wird sich an diesem Missstand auch zukünftig wenig ändern.

Ob nun aus Gründen der Machterhaltung oder weil sie einfach nicht an den Umschwung glauben wollen: Die vier Großkonzerne blockieren den Umstieg Deutschlands in eine sichere, saubere und klimafreundliche Zukunft, sagt Karsten Smid, Energieexperte von Greenpeace. Er erklärt: Gerade für den Bau von Offshore-Windparks braucht die Gesellschaft finanzstarke Großunternehmen, die mutig in Zukunftstechnologien investieren. So könnten RWE & Co ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden.

Stromriesen hinken hinter politischen Zielvorgaben her

Regionalversorger, Stadtwerke, Bürgerwindparks und Privathaushalte tragen 32 Prozent zur Energieversorgung Deutschlands bei. Gleichzeitig stammen von ihnen 12,5 Prozent des aus Sonne und Wind erzeugten Stroms. Dagegen wirken die 0,5 Prozent - der Anteil, den die vier großen Energieversorger beitragen - beinahe lächerlich.

Die vier Stromriesen bleiben nicht nur heute sondern auch in Zukunft deutlich hinter den politischen Zielvorgaben für eine Energiewende zurück, erklärt Bernd Hirschl, Hauptautor der Studie. Für die kommenden Jahre wollen E.ON 13 Prozent und RWE 20 Prozent ihrer Gesamtinvestitionen in den Ausbau Erneuerbarer Energien investieren. Das ist viel zu wenig, um bis zum Jahr 2020 die von der Politik geforderten 35 Prozent an Strom aus Erneuerbaren Energien im eigenen Strommix zu erreichen.

Die Greenpeace-Zahlen stammen aus der Zeit vor Fukushima. Ob nun ein Umdenken in den Konzernzentralen stattfindet? Smid fordert: Die vier großen Energiekonzerne müssen das sinkende Schiff der Atom- und Kohleverstromung verlassen und mit ins Boot der Energiewende kommen. Andernfalls droht ihnen, wegen atomarer und fossiler Altlasten zum Sanierungsfall zu werden.

Jetzt besteht die Chance für einen wirklichen Kurswechsel.

Studie: Investitionen der Energiekonzerne in Erneuerbare Energien

Studie: Investitionen der Energiekonzerne in Erneuerbare Energien

170 | DIN A4

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