Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Die Aktivisten rufen die Hamburger Bevölkerung auf, vom Energieversorger Vattenfall zu einem Ökostromanbieter zu wechseln. Vattenfall hatte sich am Mittwochabend mit dem Hamburger Senat auf den Neubau des Steinkohlekraftwerks Moorburg geeinigt.

Wer Klimaschutz wirklich ernst meint, muss Vattenfall jetzt die Rote Karte zeigen, fordert Karsten Smid, Klima-Experte von Greenpeace. Zurecht haben in den vergangenen Monaten schon mehr als 200.000 unzufriedene Kunden bei Vattenfall gekündigt.

Mit der Einigung wird Hamburger Klimaschutzpolitik zur Illusion. Allein durch den Kraftwerksneubau wird der CO2-Ausstoß der Stadt um ganze 70 Prozent gegenüber heute ansteigen.

Hamburg ist seit 1992 Mitglied im europäischen Klima-Bündnis der Städte. Dessen Satzung sieht eine kontinuierliche Minderung von Treibhausgasen vor. Fest steht: So lange der Senat am Kraftwerk Moorburg festhält, verstößt die Stadt gegen diese Satzung des Bündnisses. Darum verlangt Greenpeace vom europäischen Klima-Bündnis der Städte, ein Ausschlussverfahren gegen Hamburg einzuleiten.

Augenwischerei mit vagen Versprechen

Zwar haben Senat und Stadt zusätzliche Ausgleichsmaßnahmen zum Kraftwerk Moorburg vereinbart, das planmäßige Erörterungsverfahren haben sie dabei jedoch völlig ignoriert. Dennoch sind die Maßnahmen rechtlich als CO2-Minderungsmaßnahmen und anlagentechnische Veränderungen zu sehen und damit Bestandteil des Genehmigungsverfahrens - müssen damit also als maßgebliche Veränderungen neu ausgelegt und erörtert werden.

Es kann nicht angehen, dass die technischen Eckdaten der Anlage Moorburg erheblich geändert werden, ohne dass die Einwender Gelegenheit hatten sich dazu zu äußern. empört sich Smid.

Bürgermeister Ole von Beust hat sich nach Meinung von Greenpeace von Vattenfall an der Nase herumführen lassen. Der Energieversorger hat dem Senat diverse Versprechungen gemacht, deren Erfüllung mehr als fragwürdig ist.

Es wurde saubere Kohle mit einer CO2-Abscheidetechnik zugesichert, die bisher noch nicht einmal im Versuchsstadium funktioniert. Bisher ist weder die Abscheidungstechnik selbst entwickelt, noch ist klar, wie das abgeschiedene CO2 in den Untergrund kommen soll. Selbst wenn es sich unter die Erde bringen lässt, ist unklar, wer dann über tausende von Jahren die Verantwortung dafür übernimmt.

Zusätzlich verspricht Vattenfall eine stärkere Auskoppelung von Wärmeenergie ohne überhaupt einen Abnehmer dafür zu haben. Und einen schlüssigen Beweis für die 2,3 Millionen Tonnen CO2, die Moorburg angeblich einsparen soll, kann das Unternehmen ohnehin nicht liefern.

So prophezeit Smid: Vattenfalls leere Versprechungen werden bald wie Seifenblasen zerplatzen. Das Kohlekraftwerk wird die Atmosphäre für die nächsten 40 Jahre mit Millionen Tonnen Kohlendioxid belasten.

Mehr zum Thema

Anti-Atom-Protest bei der CSU in München

Energiewende in Bayern

  • 05.04.2023

Die Energiewende könnte Bayern günstigen und klimafreundlichen Strom bringen und den Wirtschaftsstandort sichern. Doch seit Jahren arbeitet die Staatsregierung gegen den Ausbau der Windkraft.

mehr erfahren
Windpark bei Altentreptow in Mecklenburg-Vorpommern

Windkraft

  • 04.04.2023

Windkraft – zweitliebste Energieform in Deutschland. Sie spielt beim grundlegenden Umbau der deutschen Energieversorgung sowohl an Land als auch auf dem Meer eine herausragende Rolle.

mehr erfahren
Licht fällt aus einem Dachfenster

Wärmewende

  • 23.02.2023

Auch Gebäudewärme muss schnell klimaneutral erzeugt werden, wollen wir die Klimaziele schaffen und unabhängig vom Import fossiler Energien werden. Eine Wärmewende muss her, und Greenpeace sagt, wie.

mehr erfahren
Sonnenblume und Windmühle in der Nähe von Wismar in Brandenburg.

Ökostromanbieter

  • 16.12.2022

Wie finde ich den richtigen Stromanbieter? Diese Frage stellen sich viele. Denn Stromgewinnung aus fossiler Energie schädigt das Klima und die Umwelt.

mehr erfahren
Heavy Rain Disaster in Southwest Germany

Ein Jahr nach der Flutkatastrophe

  • 15.07.2022

Im Juli 2021 erlebte das Ahrtal eine beispiellose Flut, die viele Todesopfer forderte. Rainer Doemen hat die Katastrophe erlebt und setzt sich für einen nachhaltigen Wiederaufbau der Region ein.

mehr erfahren
Arbeiter installieren Photovoltaikanlage auf Dach vor Reichstag in Berlin

Viel hilft viel

  • 21.10.2021

Die älteste Leier der deutschen Klimapolitik? „Man darf die Wirtschaft nicht überfordern.“ Nun zeigt eine Greenpeace-Studie: Mehr Klimaschutz schafft Jobs und Wachstum.

mehr erfahren