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Im Prozess Bundesstaat Nevada gegen die Bush-Regierung hat Nevada einen Teilsieg errungen. Zwar ist die politische Entscheidung für Yucca Mountain laut Richterspruch nicht gerichtlich anfechtbar. Doch der zweite Teil des Urteils hat es in sich: Die Regierung, heißt es darin, habe gegen geltendes Recht die Sicherheitsempfehlungen von Experten der National Academy of Sciences nicht berücksichtigt. Die abgegebene Sicherheitsgarantie für 10.000 Jahre sei nicht genug.

Eine richtige Entscheidung, meint Greenpeace-Atomexpertin Susanne Ochse. Wer die atomaren Hinterlassenschaften endlagern will, muss Sicherheit so lange gewährleisten wie der Müll strahlt. Und das sind Millionen Jahre.

Eine zusätzliche Gefahr stellen die Transporte dar. Derzeit wird der radioaktive Müll direkt bei den Atomkraftwerken zwischengelagert. Um ihn nach Yucca Mountain zu befördern, muss er Tausende von Kilometern durch 43 US-Bundesstaaten gefahren werden. Entlang den Strecken sind 50 Millionen Menschen gefährdet.

Die Bush-Administration scheint das alles nicht zu interessieren. Wenn es nach ihr geht, wird unter dem Yucca Mountain im Jahre 2010 ein Endlager für rund 77.000 Tonnen atomaren Risikomülls in Betrieb genommen. Kritiker sagen, die Entscheidung für den Wüstenstandort sei allein der politischen Schwäche Nevadas geschuldet. Kein Bundesstaat wollte die gefährliche Hinterlassenschaft auf seinem Gebiet akzeptieren.

Was nicht passt, wird passend gemacht

Spätestens seit 1992 ist bekannt, dass Yucca Mountain als Endlagerstandort nicht sicher ist. Die geologischen Voraussetzungen sind unzulänglich, das Gestein bietet keine Barriere gegen austretende Strahlung. Sicherheit müssen allein die Metallbehälter garantieren. Im Gebiet um Yucca Mountain hat es zudem in den letzten 20 Jahren mehr als 600 Erdbeben gegeben, das letzte im Jahre 2002. Auch eine Wiederkehr des Vulkanismus in der Region kann nicht ausgeschlossen werden.

Um den Standort trotzdem durchsetzen zu können, wurden kurzerhand die Sicherheitsstandards der US-Umweltschutzbehörde EPA an die Realität angepasst. Seit 2001 gibt es spezielle vernünftige Yucca Mountain-Richtlinien. So gerüstet, konnte Präsident Bush dem Kongress im Jahre 2002 die richtige Empfehlung geben. Yucca Mountain wurde abgesegnet, das Veto des Gouverneurs von Nevada überstimmt.

Staatliche und nichtstaatliche Gegner des Projekts gingen vor Gericht. Die Kritiker sind zuversichtlich. Steve Frishman von der Nevada Nuclear Waste Task Force im November 2002: Um Yucca Mountain zu stoppen, muss Nevada nur einen der fünf Prozesse gewinnen. Die anderen müssen alle Prozesse gewinnen.

Atommüll - das weltweite Dilemma

Der Fall Yucca Mountain steht stellvertretend für eines der größten Probleme der Atomwirtschaft: Wohin mit dem strahlenden Abfall? Derzeit erzeugen weltweit fast 450 Atomkraftwerke Jahr für Jahr einen Berg an Risikomüll. Ein überzeugendes Konzept zur sicheren Verwahrung gibt es nirgendwo. Der gefährliche Müll wird hin und her gefahren, wiederaufgearbeitet, dezentral zwischengelagert, zentral zwischengelagert. Wirklich sicher ist nur eins: ihn gar nicht erst zu produzieren. (sit)

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